Fedderwardersiel - Auf „Spurensuche im Schlick“ begeben sich auch die Besucher des Vortrags „Besiedlungs- und Kulturgeschichte des niedersächsischen Wattenmeerraumes“, den Julia Goldhammer an diesem Donnerstag ab 19.30 Uhr im Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel hält. Die Archäologin gibt einen Einblick in ihre noch laufende Forschungsarbeit und stellt die dabei bislang erzielten Ergebnisse vor.

Nach dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14 000 Jahren gehörten große Teile des heutigen Nordseebeckens noch zum Festland, da der Meeresspiegel damals noch circa 100 Meter niedriger war als heute. Entsprechend war auch dieser Raum im heutigen Wattenmeer besiedelt.

Archäologische Reste dieser frühen Besiedlung sind heute noch auf dem Nordseegrund und im Watt zu finden. Diese Funde belegen eine Besiedlung von der Steinzeit bis in die Neuzeit. Sie erhalten sich im feinkörnigen Wattboden besonders gut. Häufig von Sturmfluten freigelegt, gewähren sie meist nur für kurze Zeit einen Einblick in die Vergangenheit, bevor sie erneut von Sedimenten überdeckt oder gar durch die Fluten zerstört werden.

Diesen Spuren menschlichen Lebens und Siedelns in den niedersächsischen Wattenmeergebieten ist seit Sommer 2012 ein Forschungsprojekt gewidmet, das gemeinsam vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung und vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege sowie in enger Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer realisiert wird.

Julia Goldhammer ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Kulturwissenschaften am Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven.