• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Gänsehaut-Momente für die Welt

18.10.2012

Wilhelmshaven /Sande Es ging um eine Abendverabredung unter Freunden, als der Schlagzeuger Nikolas Fritz endlich den großartigsten aller Rockmusikersätze sagen konnte. „Freitag?“, fragte er also und tat so, als müsse er nachdenken: „Nee, am Freitag kann ich leider nicht – da spielen wir in Amerika.“

Nikolas lacht, längst sitzt er wieder im Jugendzentrum an der Sander Hauptstraße. Amerika ist nur noch eine Erinnerung, aber was für eine: kreischende Fans, die seinen Namen rufen und alle Texte mitsingen können. „Mehr Gänsehaut geht nicht“, sagt Nikolas. In Sande kreischt niemand, wenn er Nikolas und seine Bandkollegen sieht. „Wollt ihr noch Kaffee?“, fragt jemand am Jugendzentrumstresen, „wir wollen dichtmachen.“

Mob Rules, eine der erfolgreichsten Heavy-Metal-Bands Deutschlands, gehört hier sozusagen zum Inventar: Zwei Treppen hoch, dann links – seit 18 Jahren proben die Musiker in der engen Kammer unter dem Jugendzentrumsdach. Und dort zählt Nikolas jetzt ein, die Band muss den neuen Song „Lost“ üben: Schwerfällig schweißen die Gitarren ein Stahlgerüst zusammen, auf dem Sänger Klaus Dirks in Zeitlupe höher und höher steigt, bis er den Refrain erreicht, strahlend und eingängig. Wie immer bei Mob Rules, seit sieben CDs.

Familie und Job

„Uns soll jeder Fan wiedererkennen können“, erklärt Gitarrist Matthias Mineur. Und doch entwickle sich die Band stetig weiter, „wir haben noch nie so viel an Details gefeilt wie diesmal“. Möglich machte es die Arbeit im eigenen Studio von Gitarrist Sven Lüdke.

Am stärksten verändert hat sich in 18 Jahren die Bandbesetzung. Aus der Gründungsformation von 1994 sind nur noch der aus Zetel stammende Mineur und der Delmenhorster Dirks dabei. 2004 stieß Lüdke (Nordenham) zu ihnen, 2006 Bassist Markus Brinkmann (Hude), 2009 Schlagzeuger Nikolas Fritz (Oldenburg). Zuletzt kam der Oldenburger Keyboarder Jan Christian Halfbrodt zu Mob Rules.

Geblieben ist seit 18 Jahren die Einstellung. „Wir geben unser Tempo selbst vor“, erklärt Mineur. Bewusst hätten sich die Musiker damals gegen eine Profikarriere entschieden, „wir hatten ja unsere Familien und unsere Jobs“.

Sie wollten Musik nebenberuflich betreiben, aber auf einem professionellen Niveau, und so entstand jetzt auch „Cannibal Nation“, das siebte Album: In zahllosen Nachtschichten spielten sie im eigenen Studio neun neue Songs ein.

Das kostet viel (Frei-)Zeit, aber dafür steht Mob Rules besser da als fast jede andere Band in Deutschland: „Wir allein bestimmen, wann es etwas Neues gibt“, sagt Mineur.. Die Plattenfirma wartet bis dahin ungeduldig: Denn jede Mob-Rules-CD kratzt an die Top-100-Verkaufscharts.

Weil die Mob-Rules-Musiker Brotberufen nachgehen, fragen Journalisten manchmal: Wie geht ihr damit um, dass der große Durchbruch seit 18 Jahren ausbleibt?

Friesland in Amerika

Die Musiker müssen dann immer lachen, „wir sehen das völlig anders!“ Im Proberaum in Sande hängen all die Konzertplakate, und da stehen die Namen der Kollegen drauf, mit denen die Band aufgetreten ist. Die Scorpions. Europe. Ronnie James Dio.

„Das ist Wahnsinn“, sagt Jan Christian Halfbrodt: „Als Schüler habe ich diese Leute rauf- und runtergehört – jetzt stehe ich mit denen auf einer Bühne!“

„Wir haben das Staunen nie verlernt“, sagt Matthias Mineur. Am meisten staunt er aber längst über Mob Rules: „Hallo, ich komme aus Friesland – und in Amerika rufen die Leute meinen Namen?“


Infos zu Konzert und CD:   www.mobrules.de 
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

Weitere Nachrichten:

Pumpwerk | Jugendzentrum

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.