Hude - Es ist Sonnabend und der Kulturhof in Hude füllt sich langsam mit Leben. Im Foyer ist eine große Bühne aufgebaut. Auf ihr stehen ein E-Piano, eine große Auswahl Gitarren, eine Violine und ein Schlagzeug. Dann ist es soweit: Mehr oder weniger nervöse junge Musiker betreten nach und nach die Bühne und beginnen zu spielen.
Eines wird von Anfang an deutlich, hier steht allein die Musik im Vordergrund. Aufwendige Kulissen und Kostüme sucht der Besucher vergebens. Stattdessen treffen in „Classic meets Songwriting“, wie das Konzert betitelt ist, klassische Lieder auf individuelle Kompositionen, und das alles für den guten Zweck. Mit den Spenden, die während des Konzerts gesammelt werden, unterstützen die Musiker das Tierheim in Bergedorf in der Gemeinde Ganderkesee.
Den ersten Teil des Konzerts gestaltet Merle Strudthoff, die für „Songwriting“ steht, sowohl mit eigenen Liedern als auch Coversongs wie „Durch die Nacht“ von Philipp Poisel oder Zaz’ „Je veux“. Und der Huderin gelingt es von Anfang an das Publikum mit sehr sanfter Stimme und tiefgründigen Texten in ihren Bann zu ziehen. In ihren eigenen Kompositionen greift sie nicht nur Themen aus dem alltäglichen Leben, sondern mit „Widerstand“ auch gesellschaftsrelevante Problemstellungen auf: „Widerstand muss sich regen, bevor er etwas bewegen kann“. Strudthoff liegen vor allem die leisen Töne. Musikalische Unterstützung erhält sie dabei von Ulf Hedenkamp an Bass, Gitarre und Akkordeon sowie Annika Kremser an der E-Gitarre, Femke Hüsing an der Violine. Doch auch Bruder Marcel am Schlagzeug und Schwester Neele als Backgroundsängerin sind fest eingebunden.
Nach einer kurzen Pause übernimmt Marlene Eichler, die für „Classic“ steht, das Mikrofon. Mit ihrer klassisch ausgebildeten Stimme präsentiert die 23-Jährige einen Ohrenschmaus nach dem anderen, angefangen bei „Amazing Grace“, was sie a-cappella vorstellt, über „Ave Maria“ bis hin zu „Circle of Life“ von Elton John. „Merle, hast du Bock?“ fragt die sympathische Eichler danach. Und Strudthoff lässt sich nicht lange bitten. Die beiden Musikerinnen, die seit langem befreundet sind, sorgen mit ihrer Version des Leonard-Cohen-Klassikers „Hallelujah“ und Trains „Hey, Soul Sister“ für reichlich Gänsehaut beim begeisterten Publikum.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Gastauftritt des Wuppertaler Musikers Sebastian Ponto, der mit Strudthoff sein eigenes Lied „Sie“ interpretiert. Auch der Huder Sänger und Komponist Arndt Baeck lässt es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Strudthoff sein Lied „Das ist das Leben“ zu präsentieren.
Fazit des Abends: Mehr als 300 Euro fürs Tierheim und ein begeistertes Publikum. „Mir hat das Konzert sehr gut gefallen, vor allem, dass sie eigene Lieder mit deutschem Text präsentiert haben. Und der Schlagzeuger war super, denn er spielte wie ein Uhrwerk“, lobt Besucher Heinrich Franke aus Oldenburg das Konzert.
