Nordenham - Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen machten sich die 23 Franzosen aus Saint-Étienne-du-Rouvray am Donnerstagmorgen auf den Weg. Als sie nach gut 13 Stunden die 844 Kilometer lange Busfahrt in die Partnerstadt Nordenham hinter sich hatten, bekamen sie gleich einen lebhaften Eindruck davon, was norddeutsches Schmuddelwetter bedeutet. Kalt war aber nur der Wind, der den Gästen aus der Normandie vor dem Rathaus in die Gesichter blies. Der Empfang war so warm, wie er nur sein kann.
„Euer Lächeln verheißt uns, dass wir schöne Tage in Nordenham verbringen werden“, sagte Jaques Dutheil, der Vorsitzende des Freundeskreises, der sich in Saint-Étienne um die Städtepartnerschaft kümmert. Sein Pendant Jan Ede auf Nordenhamer Seite, der stellvertretende Bürgermeister Ulf Riegel und die Vorsitzende des Nordenhamer Kunstvereins, Jane Agena, wünschten den Gästen einen schönen Aufenthalt in der Wesermarsch.
Die 23 Franzosen wohnen privat bei Gastfamilien in Nordenham und Umgebung. Am Freitagvormittag erkundeten sie gemeinsam die Stadt, unter anderem den Wochenmarkt. Außerdem schauten sie sich in Butjadingen um, im Hafen Fedderwardersiel und in der Deichschäferei Feldhausen.
Am späten Nachmittag stand die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern und Skulpturen von insgesamt zwölf Freizeitkünstlern aus Saint Étienne auf dem Programm. Wer einen Eindruck von der Normandie gewinnen möchte, bekommt hier einiges geboten. Die Motive sind überwiegend gegenständlich. Sie zeigen die Steilküste, verträumte Dörfer, herrliche Landschaften und vieles mehr.
Da kommen auch echte Nordlichter wie Jane Agena, die schon mehrfach die Normandie bereist hat, ins Schwärmen. Aber auch die norddeutsche Tiefebene hat ihre Reize. Das bescheinigt ihr zum Beispiel Regine Lamotte, der bei der Ankunft der Kontrast zwischen den grünen Wiesen und dem dunklen Himmel aufgefallen ist. Catherine Douville ist fasziniert vom flachen Land. Und beide Frauen sind beeindruckt von der Bauweise in Nordenham, wo hohe Häuser im Gegensatz zum Stadtbild in St.-Étienne Seltenheitswert haben.
An diesem Sonnabend fahren die Franzosen gemeinsam mit ihren Gastgebern nach Bremen. Morgen machen sie sich auf die Heimreise. Aber schon jetzt steht fest, dass die Städtepartnerschaft, die vertraglich erst seit zwei Jahren besiegelt ist, auf einem sehr guten Weg ist. Vor allem auf kultureller Ebene gibt es einen regen Austausch.
