GALLE/BRAKE - GALLE/BRAKE - 1200 Stufen liegen vor ihnen, und die Nachmittagssonne brennt förmlich auf ihrer Haut. Die sieben deutschen Schüler der Berufsbildenden Schulen Wesermarsch (BBS) und die sieben Kadetten des Officer Training Centers (OTC) auf Sri Lanka haben den Aufstieg zum knapp 200 Meter hohen Sigiriya Felsen noch vor sich. Sigiriya wurde 1982 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und ist eine der atemberaubendsten Sehenswürdigkeiten auf der tropischen Insel im Indischen Ozean.
Der Aufstieg lohnt sich in zweierlei Hinsicht: Zum einen kann man die wunderschönen Fresken namens „Wolkenmädchen“ betrachten, zum anderen belohnt die fantastische Aussicht vom Felsen für die Mühsal des Kletterns.
Sigiriya ist nur eine von vielen Stationen auf der Tour der Schüler durch Sri Lanka. Hintergrund ist, das Teamverständnis zu fördern und kulturelle Unterschiede zu erleben. Das wird besonders bei den Tempelbesuchen deutlich: Die Gangatilaka Vihara in Kalutera, die Höhlentempel von Dambulla und der berühmte Zahntempel in Kandy vermitteln den deutschen Gästen einen Einblick in den Buddhismus. Besonders beeindruckt sind die Jugendlichen von den Wandmalereien, die das Leben und Wirken Buddhas darstellen. „Kaum zu glauben, dass diese Bilder alle mit Naturfarben gemalt wurden und noch so gut erhalten sind“, sagt Philip Hasemann. Ausführlich erklären die sri-lankischen Kadetten die Bedeutung der Abbildungen, so dass die Schüler aus Brake mehr über Kultur und Religionen auf der Insel erfahren als normale Touristen.
Natürlich darf ein Abstecher nach Nuwara Eliya („Königliche Stadt des Lichts“) nicht fehlen. Dort wird auf endlos weiten Teeplantagen der berühmte Ceylontee angebaut. Anbau und Ernte der Teeblätter sowie deren Verarbeitung in der Fabrik beeindrucken die Austauschschüler sehr. „Es ist unvorstellbar, dass die Teepflückerinnen für 250 Rupien (ca.1,80 Euro) am Tag arbeiten“, stellt Jennifer Martens bedrückt fest. „Für diesen Hungerlohn würde in Deutschland niemand einen Finger krumm machen“, glaubt Rantje Schirmer.
Von Nuwara Eliya geht es ans Ende der Welt. „World's End“ heißt tatsächlich der 1650 Meter steile Abhang. Er bietet eine faszinierenden Ausblick ins Tiefland.
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