Bookholzberg - Als Mitbewohner wäre er auf Dauer wohl doch etwas sperrig gewesen. Nur mit Mühe war „Gan 65“ Ende Januar durch die Eingangstür zu zwängen, als er bei Kunsterzieherin Ulla Witting in Oldenburg einzog. Und einige Mühe kostete es, ihn knapp drei Monate später wieder heraus zu bugsieren. Aber das ist Geschichte. Mittlerweile ist der mit vielen Blau-Tönen gestaltete Ganter auf seinem vorgesehenen Standort gelandet – vor „Rose-Optik“, Stedinger Straße 35.
Für das Bookholzberger Geschäft ist „Gan 65“ der zweite Ganter. Der vor sechs Jahren eingeflogene Vorgänger, damals durch Marion Schröder mit einem Glas-Mosaik gestaltet, sei durch Wetter und auch Unbekannte arg beschädigt worden, berichtete Inhaberin Sarah Hochheiden. Er wurde im November vorigen Jahres der Oberschule Ganderkesee überlassen, die ihm im Rahmen eines Projektes ein neues Outfit verpassen will.
Anders als der Vorgänger, sei die von Norbert Marten stammende neue Ganter-Skulptur (Ganter 2.0) nur schwer mit größeren Motiven wie Häusern oder Blumen zu bemalen, sagte Ulla Witting. In Absprache mit Optikermeisterin Sarah Hochheiden gab sie „Gan 65“ ein Federkleid aus Acrylfarben, in dem Türkis und Kobalt, Ultramarin und Chromoxidgrün ineinander verlaufen. Die in Türkis abgesetzten Flügel erhielten stilisierte Augen, passend zum Geschäft hinter sich. Schnabel und Füße gestaltete die Kunsterzieherin in einem mit Goldocker abgetönten Orange.
„Gan 65“ sei der vierte „neue“ Ganter und insgesamt die 64. gelandete Skulptur des Vereins GanterART, berichtete dessen Vorsitzender Eckhard Eichhorn. Er hatte die Fäden zu Ulla Witting geknüpft, die unentgeltlich tätig war. Als kleines Dankeschön überreichte Eichhorn der Oldenburgerin und der neuen Eigentümerin Wein – „Gantergeschnatter“, versteht sich.
