Ganderkesee - Licht aus, Spot an und los geht’s: Von der ersten Sekunde an hat Maria Vollmer ihr Publikum fest im Griff. Die mehr als 100 Gäste in der Mensa des Schulzentrums haben auch kaum eine Chance, sich ihrer Bühnenpräsenz zu entziehen.

Wenn Maria Vollmer mit ihrem Programm „Push-up, Pillen und Prosecco“ loslegt, entzündet sie ein Feuerwerk aus Gags und guter Laune. „Juhuuuu“, ruft sie, stolziert auf hochhackigen Schuhen durch die Reihen Richtung Bühne und gibt offen zu, in welcher Lebensphase sie sich gerade befindet. „Ich bin 39“, sagt sie.

Erstauntes Schweigen unter den Gästen. „Seit 2008“, fügt die Komikerin hinzu, die sich gerade selbst irgendwo „zwischen Beautyfarm und Bettpfanne, zwischen Rock’n’Roll und Rollator und zwischen Push-ups und Prothesen“ einordnet. „Übergangsphase“ nennt Maria Vollmer das – „man wird einfach übergangen“.

Oder man müsse sich so einiges gefallen lassen. So etwa die Frage ihres 15-jährigen Sohnes, warum sie sich denn schminke, „unsere Nachbarn wissen doch eh, wie Du aussiehst“.

Im Frühjahr geht es weiter

Die Kleinkunst-Reihe in der Ganderkeseer Mensa wird am Donnerstag, 22. März, fortgesetzt (Nils Loenicker: „Bauer Hader – nu is Sense“). Weitere Termine sind am 26. April (Detlef Wutschik: „Werner Momsen – Schaum vorm Mund“), am 24. Mai (Vera Deckers: „Probleme sind auch keine Lösung“) und am 14. Juni (Stephan Bauer: „Vor der Ehe wollt’ ich ewig leben“).

Egal, Maria Vollmer lässt sich die Lust am Leben nicht nehmen und folgt ihrem Motto „Sex and Drugs mit Ohropax“. Und natürlich spielt auch Sex eine Rolle im Programm der Frau im fünften Lebensjahrzehnt, die mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Köln lebt und regelmäßig Kataloge und Zeitschriften zugeschickt bekomme. Etwa „Die moderne Hausfrau“: Gleitgel und einen Dildo habe sie dort bestellt. Mit dem Gel habe ihr Mann seine Fahrradkette eingeschmiert und der grüne Dildo stecke im Blumentopf. „Sieht aus wie ein nackter Kaktus. Ich gieße ihn auch regelmäßig und habe das Gefühl, er wächst.“

Heranwachsen tun auch ihre beiden Söhne. Felix sei 13 und „mitten in der Pubertät“. Treffend beschreibt Maria Vollmer diese besondere Lebensphase junger Menschen – die Gäste im Publikum finden sich wieder, wenn die zweifache Mutter treffend von der „Großbaustelle“ im Körper der Heranwachsenden spricht. „Die haben die Handwerker im Haus. Und ausgerechnet der Ort, an dem die rationalen Entscheidungen getroffen werden, ist als letztes dran.“ Auch kämen spannende Körperfunktionen hinzu, „dafür fallen andere wie das Gehör weg.“ Und wenn am Kinn die ersten Fusseln zu sehen seien und der Nachwuchs Papas alte Rasierklinge zur Hand nehme, bekomme der Begriff „Blutbad“ eine ganz neue Bedeutung.

Maria Vollmer war der krönende Abschluss der Kleinkunst-Reihe 2017 – das neue Programm steht allerdings schon (siehe Kasten).