GANDERKESEE - Ein herzliches Dankeschön hat der Förderverein des evangelischen Jona-Kindergartens verdient! Ohne die Initiative des Vereins um die Vorsitzende Barbara Dallmann wäre Ganderkesee am Freitag um ein höchst ungewöhnliches Konzert in der St. Cyprian- und Corneliuskirche mit dem Trio „Swinging Pool“ aus Bremen herumgekommen!
Denn wer hat in einem Gotteshaus schon „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder „I wanna be loved by you“ zu Gehör bekommen? Gedanken an Marlene Dietrich und Marilyn Monroe verflüchtigten sich allerdings spontan durch die hinreißende Gesangsdarbietung von Evelyn Gramel; ihr Charisma übertrug sich nicht nur auf den Kontrabassisten Ralf Stahn und den Pianisten Uli Löh, sondern vom ersten Schlager an („Mir ist so komisch zumute...“) auch auf die Zuhörer, die begeistert auf die musikalische Weltreise mitgingen, egal, ob es Swing als Schlüsselphänomen des Jazz aus den Zwanziger und Dreißiger Jahren („On the sunny side of the street, Dream a little dream of me“) war oder die Darbietungen der französischen Chansons (Edith Piaf, Patricia Kaas). Wenn Evelyn Gramel behauptet: „J'ai deux amours“, womit sie lächelnd die Städte Bremen und Paris meint, so müsste sie dies jetzt auf „trois“ erweitern, denn nicht nur die Ganderkeseer
haben sie in ihr Herz geschlossen, sie selbst war entzückt von der herrlichen Akustik der Kirche, die jeden Ton, jeden Akkord nachhallen ließ, was die Sängerin spontan mit einem hohen Ton demonstrierte.
Der Choochooch-Boogie, seinerzeit von Ella Fitzgerald und Louis Armstrong interpretiert, ließ den vorzüglichen Kontrabassisten im Gesangsduett und mit seinem vorzugsweise gezupften Instrument zu Höchstform auflaufen. Gleichermaßen faszinierte der Pianist mit verblüffend eigenwilligen Klavierarrangements, ihm liegt Jazz hör- und fühlbar im Blut.
Mit „Route 66“ wuchs das Trio auf der „Rückreise“ noch einmal über sich selbst hinaus. So geriet das Benefiz-Konzert zu einem wirklich ungewöhnlichen Abend voll Esprit und Musikalität. Bei der Zugabe – „Bei mir biste scheen“ (aus der jiddischen Klezmer-Tradition) – riss es die rund 100 Zuhörer sogar zu lautstarkem Zwischenapplaus hin!
