GANDERKESEE - Wie erfreulich. Jetzt werden die verdunsteten Faschingsgelder doch noch gewinnbringend eingesetzt. Und wie! Die 20 000 Euro dienen als Steilvorlage für Büttenredner: „60 Jahre GGV, 59 ohne Klau“, nimmt zum Beispiel ein frotzelnder Schreiberling Hergen Schelling den Fall mit spitzer Zunge auf – zum hörbaren Vergnügen der Zuschauer bei einem Büttenabend, der wieder alles hat: Feuer, Erotik, Witz, Tanz und viel Musik.

Können Kühe sexy sein? Wovon in Brehms Tierleben noch keine Rede ist, das zeigt Bauer (Batschi) Jürgen Alfs bei einem köstlichen Herdentanz. 13 lilafarbene weibliche Paarhufer und ein edler Stier (Patrick Meyer) tänzeln, gelegentlich ein wenig rustikal, über die Bühne. Wer die Heyer-Truppe kennt, wird es vielleicht erahnen: Da ist viel Haut, pardon: Fell zu sehen.

Apropos Tanz und Erotik. Die Garde’n Angels verstärken diesmal die Polizei. In ultra-knappen Uniformen spüren sie Graffiti-Sprayern nach. Die Ladykracher tauchen in die Unterwelt ab – und mit gruseligen Zom- bies wieder auf. Immer-hin: Diese grauen, mit einem Hauch von Stoff gekleideten Gesellinnen sind, wie wir ja seit Michael Jacksons „Thriller“ wissen, auf Tanzflächen extrem gelenkig.

Üppig ist diesmal das musikalische Angebot. Nach zehnjähriger Büttenabend- Abstinenz bietet die Chaos Combo mit handgemachter Blasmusik ein mitreißendes Comeback. Schon bei der Probe hatten die Damen und Herren in Schwarz den Saal im Griff. Und auch die Bookhorn Allstars oder Querbeat halten, was ihre Namen versprechen: Mal mit Schlagern, mal maritim – da wird eingeheizt, was das Zeug hält.

Wie gut, dass die Feuerwehr schon da ist. Bernhard Jürgens, bekannt als lästernder Landwirt und auch als seine eigene Frau, kommt als „Mann des Feuers“ daher: „Rauchen Deine Kühe? Nein? Dann brennt Dein Kuhstall.“

Und dann der Schreiberling. Mit süffisanter Ironie zeigt Schelling großes Verständnis, wenn das Freibad in der Baustellenzeit mehr Eintritt kostet: „Der Lärm vom Sägen und vom Bohren, schmeichelt Schwimmern in den Ohren. Der Baustaub kribbelt angenehm, auf der frischen Sonnencreme.“ Einen ganz heißen Tipp hat Schelling für die Parteien, die zurzeit auf der Kandidatensuche sind: „Geübt im Herrschen und Befehlen – ich würde Fil Filipov wählen.“ Denn: „Der Mann kann Leute motivieren, na, wenigstens zum Demonstrieren.“

Als Moderatoren führen Tatjana Coordes und Daniel Rospleszcz singend durchs Programm – das so viel Musik dann allerdings doch nicht bräuchte. Das werde noch geändert, hieß es.