GANDERKESEE - GANDERKESEE/ING - Eine Skandinavien-Rundreise im Frühsommer 2005 hat den Bremer Künstler Karl-Heinz Kühnke zu enormer Schaffenskraft inspiriert – und davon profitiert nun die Ganderkeseer Tischlerei Sandkuhl: „Nordische Landschaften“ heißt die Ausstellung mit Ölbildern und Skulpturen, die am Freitag, 2. Dezember, um 18 Uhr im Hause Sandkuhl eröffnet wird. Sie ist bis zum 23. Dezember während der Öffnungszeiten zu besichtigen, außerdem bei den Schautagen der Tischlerei Sandkuhl am kommenden Wochenende (Sonnabend 10 bis 14 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr).

Es ist in diesem Jahr bereits die dritte Ausstellung in den Räumen, in denen die Tischlerei ansonsten ihre Möbel und Innenausbauten präsentiert: „Wir zeigen die Kunst in bewohnbaren Räumen – dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre“, meint Firmenchef Hans-Hermann Sandkuhl.

Diese Atmosphäre wissen auch die Künstler zu schätzen. Karl-Heinz Kühnke war vor drei Jahren bei einer Ausstellung in Delmenhorst mit dem Tischlermeister in Kontakt gekommen und freut sich jetzt, seine Werke in Ganderkesee zeigen zu können. Der 63-Jährige bevorzugt beim Malen das Arbeiten mit Ölfarbe – überwiegend auf Leinwand, aber auch auf Hartfaser. „Kratzen, spachteln, pinseln – alles ist möglich“, sagt Kühnke, für den die Eigenheiten des Materials die künstlerische Form und den Ausdruck vorgeben. „Der Malvorgang ist für mich ein Dialog mit dem Material, spannend wie in einem intensiven Gespräch.“

Die 30 Bilder, die Kühnke bei Sandkuhl ausstellt, sind zu einem großen Teil ein Ergebnis der Skandinavien-Reise des Künstlers, aber auch einige frühere Werke sind dabei. „Ich setze mich aber nicht in die Landschaft und male“, erklärt Kühnke. Vielmehr belässt er es vor Ort bei Skizzen, aus denen dann in seinem Atelier in Worpswede Gemälde entstehen.

Aber auch als Bildhauer hat der Bremer viel zu zeigen: Ein gutes Dutzend Skulpturen sind über die Ausstellungsräume der Tischlerei Sandkuhl verteilt. Während Kühnkes Gemälde sich noch an der gegenständlichen Darstellung orientieren, bestechen die Skulpturen aus Alabaster, anderem Stein und Holz durch ihre formale Abstraktion. „Das Wie des Dargestellten“, sagt Kühnke, „ist mir allemal wichtiger als das Was“.