GANDERKESEE - Noch sind es lediglich ein paar unscheinbare Quadratmeter unweit der Friedhofskapelle. Ab dem 19. Juni soll hier aber etwas ganz Besonderes entstehen: „Ein Ort der Begegnung für Eltern mit ihrem Kind“, wie Chris Peikert-Baramsky erläutert. Dieses Sternenkindergrab für Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben (oder gestorben sind), wird zum fünfjährigen Bestehen des Hospizkreises Ganderkesee auf dem Friedhof eingeweiht.

Mit viel Unterstützung sei es gelungen, diese Idee in die Tat umzusetzen, lobt die Vereinsvorsitzende. Die ev.-luth. Kirchengemeinde habe die Grabstelle kostenfrei zur Verfügung gestellt, Steinmetz Herbert Dietrich wird die Stele herstellen und seine Arbeitszeit spenden, die Tischlerei Sandkuhl eine Bank, auf der Besucher Platz nehmen können. „Innerhalb von drei Wochen hatten wir alles zusammen“, freut sich Hospizkreis-Koordinatorin Linda Bahr. Und Chris Peikert-Baramsky ergänzt: „Die Bereitschaft, da zu investieren, ist enorm groß.“ Deshalb sind sich beide auch sicher, dass der Bedarf für einen solchen Ort des Gedenkens vorhanden ist, auch wenn konkrete Nachfragen bisher noch fehlen.

Nicht nur die ev.-luth. Kirchengemeinde ist mit im Boot. In die Planungen einbezogen wurden auch alle anderen in der Gemeinde beheimateten christlichen Konfessionen: Katholiken, Aramäer, Methodisten und Neuapostolen. Und auch die Krankenhäuser wissen Bescheid, um Eltern, die ein Kind verlieren, über diese Möglichkeit der Trauer zu informieren.

Viele junge Eltern hätten keine Grabstelle für ihre verstorbenen ungeborenen Kinder, weiß Chris Peikert-Baramsky. Ausdrücklich gedacht sei der Ort der Trauer aber auch für die Mütter, „die sich für eine Abtreibung entschieden haben“ oder für Menschen, die in früheren Jahren einen solchen Verlust erlitten hätten.

Neben einem Ort der Trauer können in der Grabstelle die Sternenkinder auch in einer Urne beigesetzt werden – einzeln oder bis zu vier zusammen. Inwieweit die Grabstelle aber tatsächlich zur Bestattung genutzt werde, müsse die Zeit zeigen.

wurde der Hospizkreis Ganderkesee als Verein gegründet. Auf den Tag genau fünf Jahre später wird gefeiert: Im Lichthof des Rathauses findet am Sonntag, 20. Juni, der öffentliche Festakt statt. Der Gospelchor Hude gibt ein Konzert. Anschließend besteht Gelegenheit zum Austausch.

hat derzeit 116 Mitglieder – 37 davon sind im ehrenamtlichen Dienst.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)