GANDERKESEE - Wenn der Wohnpark am Fuchsberg diesen Sommer zehnjähriges Bestehen feiert, dann ist die Seniorenwohnanlage an der Adelheider Straße nicht die einzige „Jubilarin“. Ebenso lange wie die roten Backsteingebäude besteht auch das Angebot des „Schiebedienstes“ – einer Initiative von Ehrenamtlichen, die den auf einen Rollstuhl angewiesenen Bewohnern aus drei Wohnbereichen den 14-tägigen Gottesdienstbesuch ermöglicht.
An jedem zweiten und vierten Freitag im Monat besucht Altenheimseelsorger Dietrich Menne um 17 Uhr den Wohnpark, um dort mit den Bewohnern einen halbstündigen Gottesdienst zu feiern. Die „Schiebedienstler“ sind dann bereits vor Ort, um nacheinander alle Rollstuhlfahrer, die teilnehmen möchten, aus ihren Zimmern abzuholen und ins Foyer des Hauses zu begleiten. Auf bloßen Transportdienst beschränkt sich die Hilfe indes nicht. „Manchmal sind wir erstmal als Kleidungsberater gefragt, bevor es losgehen kann“, erzählt Renate Leuschner die von Anfang an dabei ist.
Ins Leben gerufen wurde die ökumenische Initiative 1998 unter Pastor Eckhard Dreyer, der den Wohnpark am Fuchsberg in den ersten Jahren betreute. Auf der Suche nach Ehrenamtlichen hatte Dreyer damals im Pfingstgottesdienst einen Aufruf gestartet, mit dem Erfolg, dass sich erste Freiwillige bereiterklärten, monatlich jeweils eine Stunde lang zur Verfügung zu stehen. Weitere Helfer gesellten sich aus der katholischen Kirchengemeinde hinzu. Vor zweieinhalb Jahren übernahm schließlich Dietrich Menne die seelsorgerische Betreuung des Wohnparks. Die freitäglichen Gottesdienste gestaltet er in der Oster- und Adventszeit gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Pfarrer Norbert Lach.
Am vorigen Freitag verabschiedete Menne mit Renate Leuschner und Hugo Loog zwei langjährige Schiebedienst-Mitarbeiter. Beiden dankte er mit einem Präsent für ihren Einsatz. Ganz leicht falle ihr der Abschied nicht, gibt Renate Leuschner zu: „Ich habe hier in den vergangenen zehn Jahren viele Freundschaften geschlossen.“ Nun wolle sie sich verstärkt um ihre übrigen Ehrenämter, u.a. die Leitung einer Behinderten-Kegelgruppe, kümmern.
Mit Hermann Abeln, Karin Henrich, Annette Oetken und Brigitte Hollmann bleiben den Senioren vier bekannte Gesichter erhalten. Neu im Kreise der Helfer willkommen heißen durfte Pastor Menne kürzlich Günter Fleischer, Ursula Walinski und „Ersatz“- Mitarbeiterin Rita Rabe.
