GANDERKESEE - Johann Plaisier hat schon unzählige närrische Veranstaltungen gesehen – vom Ganderkeseer Fasching zeigte sich der Vizepräsident des Karneval-Verbander Niedersachsen aber „begeistert, geradezu überwältigt“. Und er wisse sogar, dass in der Karnevalshochburg schlechthin, in Köln nämlich, äußerst anerkennend darüber gesprochen werde, was die Ganderkeseer rund um den Ring auf die Beine stellen.

„Das ist eine Riesenleistung, die hier erbracht wird“, lobte der Verbands-Vertreter am Sonntagvormittag beim GGV-Frühschoppen. Ihren Teil zu dieser Leistung tragen zwei Faschings-Aktive seit Jahrzehnten bei – deshalb war Plaisier gekommen, um sie mit dem Verdienstorden des Landesverbandes auszuzeichnen: Werner Lüdeke, Leiter der Büttenabend-Big-Band, und GGV-Schatzmeister Hartmut Köhler.

Beide haben in ganz jungen Jahren angefangen, sich für den Fasching zu engagieren: Lüdeke war schon beim ersten Faschingsumzug 1951 als 14-Jähriger dabei. Von ihm stammen unzählige Faschings-Schlager, und er müsse diese jedes Jahr, wie Plaisier schmunzelnd anmerkte, „mit den musikalisch wenig vorbelasteten Ex-Prinzenpaaren einstudieren.“

Hartmut Köhler war 17, als er 1964 in den Festausschuss der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine aufgenommen wurde – und dort sogleich Verantwortung für die Kasse übernahm. Bis heute, so Johann Plaisier, halte Köhler „die GGV-Groschen zusammen.“

Neben weiteren Ehrungen (siehe Infokasten) stand beim Frühschoppen traditionell noch eine besondere Auszeichnung auf dem Programm: Es galt, die Ehrenkappe zu vergeben. In diesem Jahr geht sie an Gerd Horstmann von Umweltschutz Nord, der maßgeblich dafür sorgt, dass nach dem Faschingsumzug die Straßen im Ortskern im Nu wieder gesäubert sind. Der 50-Jährige aus Schlutter bedankte sich in Versen und übergab dann das Mikrofon wieder an „Zeremonienmeister“ Klaus Meyer. Der bewies im übrigen auch wieder seine Gesangsqualitäten: Den DJ-Ötzi-Hit „Ein Stern, der Deinen Namen trägt“, hatte Meyer für den Fasching umgeschrieben: „Die Zeit, die man hier Fasching nennt . . .“ – dem Publikum gefiel’s.