GANDERKESEE -
Von Karsten Kolloge
GANDERKESEE - Ohne Frage: Die „Lollypops“ sind keine Kinder von Traurigkeit. Wenn die zurzeit 13 Frauen zum Tanz-Training zusammenkommen, dann wird viel gelacht, da wird geklönt, auch mal gealbert – „ohne Zickenalarm“, wie es aus der Runde vergnügt heißt. Auch bei den zurzeit laufenden Proben in der Tennishalle des Airfields ist das so. Was dort für die Büttenabende 2005 einstudiert wird, das sei ein Mix mit Elementen aus Fox, Jazz, ein bisschen Cha-Cha, auch Jive, verrät Trainerin Brigitte Reiß und lacht: „Wir klauen unsere Figuren überall.“Wann genau die Lollypops gegründet wurden, wissen die 13 Frauen nicht – denn so lange ist noch keine von ihnen dabei. Die Gruppe sei in die Tanzschuhe der „Pop-Körner“ geschlüpft, die von 1972 bis 1982 unter Leitung von Brigitte Maß über die Bühne wirbelten, weiß Heide Bücking. Was für die quirligen Pop-Körner galt, das gilt auch für die temperamentvollen Lollypops: Jeder Tanz wird selbst zusammengestellt, nichts kommt „von irgendeinem Zettel“, wie Elke Aschenbeck-Lange erklärt.
Entsprechend vielfältig ist, womit die Lollypops das Publikum mitreißen. 1999 zum Beispiel kamen sie (nach neunmonatigem Proben mit Gaby Meissner-Behnsen) mit einem Flamenco auf die Bühne. Für den Auftritt ein Jahr später ließen sie sich von Brigitte und Werner Reiß, beide Turniertänzer, in die Geheimnisse des Samba einweihen. Das hatte Folgen: Dem Turniertänzer-Duo vom TSC Delmenhorst gefiel die Arbeit mit den Damen so gut, dass sie fortan das Training übernahmen.
Eigentlich, so sagt Elke Aschenbeck-Lange, seien die Lollypops ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Mittlerweile hätten sich Freundschaften entwickelt. Dazu haben sicherlich auch die monatlichen Treffen oder die gemeinsamen Reisen beigetragen. Einmal, so erzählt Gaby Meissner-Behnsen, ging‘s auf eine Insel: „Da war nicht viel los. Bis wir kamen.“
Anders als bei anderen Gruppen, findet bei den Lollypops ein geselliges Beisammensein („mit Sekt, Chips und Schnittchen“) nicht nach, sondern vor jedem Auftritt statt. Danach legt „Oberschminkmeisterin“ Gaby Meissner-Behnsen noch einmal Hand an.
Bei einem der Büttenabende 1996, so erinnern sich die Damen, war dieses „gemütliche Vorher“ recht abrupt zu Ende: Die Damen hatten sich damals in die Hauptschule zurückgezogen und waren versehentlich eingeschlossen worden. Erst nach langem Klopfen konnte sich das bereits etwas panische Büttenabend-Team bemerkbar machen. Dann musste alles schnell gehen. „Mäntel an, rüberlaufen, Mäntel aus, rauf auf die Bühne. Wir waren schon vor dem Auftritt völlig erschöpft“, erinnert sich Heide Bücking lachend.
