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Figurentheater Für vier Batzen gibt’s eine Menge Faust

kk

GANDERKESEE - Der Zuschauerraum mit weißen Laken abgehängt, die Sitzreihen nur spärlich mit ein paar Kerzen beleuchtet, auf der Bühne ein großes Bild der Hölle. – Das „Ambiente“ in der Aula des Gymnasiums deutete am Mittwochabend schon darauf hin: Hier war Mystisches zu erwarten. Insider wussten natürlich Bescheid: Die Klasse 6M führte erstmals das Figurentheater „Dr. Fausts Leben und Höllenfahrt“ auf – und hatte für eine passende Dekoration gesorgt.

Gleich nach den Herbstferien 2011 hatten die Sechstklässler mit ihrer Klassenlehrerin Geeske Göhler begonnen, sich mit dem Puppenspiel vom Pakt des Mephisto mit dem Faust zu befassen, einem Spiel, das schon Goethe als Kind gesehen hatte. „Erst haben wir’s im Deutschunterricht gelesen, dann analysiert“, berichteten Rebecca Horstmann (die im Stück dem Dr. Faust Leben einhaucht), Clara Windhorst (Mephisto) und Anneke Sperling (Kasper). Nach den historischen Vorbildern wurden dann im Kunstunterricht Figuren erschaffen, deren Aussehen ihrem Charakter möglichst nahe kommen sollte – die also zum Beispiel gerissen, zornig oder gutmütig aussehen.

Dabei erstellten die 28 Schüler (auch mit Hilfe von Eltern) beileibe nicht nur die Hauptfiguren – sondern auch sieben Teufel plus Höllenchef Pluto, einen Drachen oder vier Himmelschreiende. Auch gaben sie den sieben Todsünden Gesichter – und verkleideten sich für Standbilder als König Salomo und Königin von Saba, als David und Goliath, als Judith und Holofernes oder Samson und Delila.

Ob denn in „ihrem“ Faust der Pakt mit Mephisto gelöst wird und es am Ende ein Happy End gibt? Rebecca, Clara und Anneke schüttelten den Kopf: Das werde nicht verraten. Schließlich solle ein bisschen Spannung erhalten bleiben für die zweite Aufführung.

Am Montag, 13. Februar,

19.30 Uhr, findet die zweite Aufführung von „Dr. Fausts Leben und Höllenfahrt“ in der Aula statt. Der Eintrittspreis ist an die historische Vorlage angepasst: „Vier Batzen für Erwachsene, zwei Batzen für Schüler“, sagte Geeske Göhler verschmitzt. Die Euro-Umrechnung könne jeder selber festlegen.

Faust

gab es wirklich. Er lebte im 15. und 16. Jahrhundert und galt als Arzt, Alchemist und Wahrsager, wurde aber auch als Betrüger und Gotteslästerer beschimpft. Er soll beim Versuch, Gold herzustellen, infolge einer Explosion umgekommen sein.
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