GANDERKESEE - Die regioVHS Ganderkesee-Hude hat eine gute Außendarstellung, ein exzellentes Programm – aber Mängel in der Kostentransparenz und bei der Einbeziehung von Mitarbeitern. Das steht in einem „Beratungsgutachten“, das das Büro ArtSet (Hannover) im Auftrage der Gemeinde erarbeitet hat. Am Freitag stellten Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas und der Erste Gemeinderat Rainer Lange einige Ergebnisse vor – und sie kündigten an, was anders werden soll.
Über mehrere Tage hatten die Gutachter die VHS und den angegliederten Verein Berufsbildungswerk Ganderkesee (BBW) durchleuchtet, auch mit Mitarbeitern gesprochen. Das dabei herausgekommene, 38-seitige Gutachten sei bereits dem Ausschuss für Bildung und Kultur vorgestellt worden. Das sei hinter verschlossenen Türen geschehen – weil da einzelne Personen oder Gruppen angesprochen würden, deren Persönlichkeitsrechte es zu beachten gelte.
Ein Ergebnis des Gutachtens: RegioVHS/BBW seien eine „intern untersteuerte Organisation“. Das heißt unter anderem: Mitarbeiter sollten mehr eingebunden werden – zum Beispiel in strategische Überlegungen, also etwa die Frage, in welchen Bereichen die VHS Schwerpunkte setzen will.
Hier seien Workshops beabsichtigt, kündigte die Bürgermeisterin an. Ziel sei, eine zwischen den pädagogischen Mitarbeitern und den Verwaltungsmitarbeitern entwickelte strategische Ausrichtung zu erarbeiten. Im Anschluss solle die Diskussion in der Politik stattfinden.
Ein zweiter Knackpunkt: die Kostentransparenz. Verrechnungen zwischen VHS und BBW müssten transparenter sein, fordert das Gutachten. „So schnell wie möglich“ solle über ein geeignetes Finanzbuchhaltungsprogramm eine Kosten- und Leistungsrechnung eingeführt werden, sagte Lange. Es müsse möglich sein zu sagen, was zum Beispiel ein Konzert in der Kirche „wirklich“ kostet.
„Überprüfenswert“ ist nach Einschätzung der Gutachter, ob die regioVHS weiter auf den drei Säulen Bildung, Kultur und Tourismus aufgebaut sein soll. Hier ist in der Gemeinde angedacht, den „Tourismus“ herauszulösen und anderweitig im Rathaus anzudocken.
Die Gutachter schlagen auch vor, einen Qualitätsbeauftragten zu bestellen. Ferner solle über die künftige Rechtsform der regioVHS diskutiert werden, so Lange.
