GANDERKESEE/HANNOVER - GANDERKESEE/HANNOVER - Fast acht Jahre Arbeit liegen hinter dem Ganderkeseer Komponisten Hans-Joachim Hespos. So lange brauchte er, um seine neue Oper im Jahr 2002 zu vollenden. Am kommenden Sonnabend ist es nun soweit: „iOpal“ wird in der Staatsoper Hannover uraufgeführt.
„Große Oper“ lautet der Untertitel zu Hespos‘ neuem Werk. Denn das ist sie sowohl in personeller als auch in zeitlicher Hinsicht. Neben zahlreichen Solisten und einem großen gemischten Chor tritt auch ein sogenanntes Donizetti-Orchester auf. In dem nach einem italienischen Opernkomponisten benannten Ensemble spielt eine vorgeschriebene Anzahl von Musikern mit – so sind zum Beispiel die Blechbläser immer doppelt vertreten. Hespos hat für seine Oper darüber hinaus noch Partituren für Harfe, Klavier und Schlagzeug hinzugefügt. Insgesamt wirken 130 Musiker mit. „Das erklärt den Untertitel“, erläutert Hespos.
Auch in zeitlicher Hinsicht ist „iOpal“ etwas Besonderes: das Werk ist auf viereinhalb Stunden angelegt. In Hannover gelangt die „Minimalversion“ zur Aufführung, sagt Hespos. Aber es „fällt nichts weg“, betont der 67-jährige gebürtige Emder, sondern die Ausschnitte laufen teilweise parallel.
Seiner neuen Oper – der insgesamt siebten – liege der Gedanke zugrunde, dass Musik und Stimme selber „bühnenfigurfähig“ sind, erläutert der Ganderkeseer Komponist. Ereignisse entstehen als Klangphänomene. Denn einen Text gibt es nicht. „Die Handlung ergibt sich aus den Arbeitsprozessen der Musiker.“ Diese seien allesamt Mitwirkende – und müssen die Spannung erhalten. Er sei schon gespannt, wie die Oper aufgenommen werde, sagt Hespos.
Er lebt freischaffend in Ganderkesee und hat seit 1967 zahlreiche Kompositionsaufträge aus dem In- und Ausland erhalten. Sein Werkverzeichnis enthält inzwischen mehr als 180 Kompositionen – für Solo, Kammermusik, Ensemble, Orchester, Chor, Radio, Elektroakustik, Film, Elektronik, Bühne und Szene. „iOpal“ ist eine Auftragskomposition der Staatsoper Hannover.
Deren Spitzensänger wirken auch bei der Uraufführung mit, erläutert Hespos, zum Beispiel die Sopranistin Francesca Scaini. Den Part des Tenors singt Christoph Homberger, den des Countertenors Graham F. Valentine. Die musikalische Leitung hat Johannes Harneit, für Regie, Bühne und Kostüme ist Anna Viebrock verantwortlich. „Die derzeit heiß begehrteste Bühnenregisseurin“, lobt Hans-Joachim Hespos. „Das stimmt mich sehr optimistisch.“
• Nach der Premiere folgen vier weitere Aufführungen von „iOpal“. Die Vorstellungen sind am 4. und 13. Mai sowie am 7. und 10. Juni.
