GANDERKESEE - Er ist Liedermacher, Komponist, Autor und Musiker – und er kommt in Kürze nach Ganderkesee. Die Rede ist von Konstantin Wecker. Der gestandene Bayer wird am 23. Juni in der Hauptschule erwartet.
Lehrerin Kerstin van Dyken hatte zusammen mit ihren Kolleginnen Sonja Steinhaus und Inge Giesen im vergangenen Herbst das Konzert von Wecker und dem Pianisten Johannes Barnikel in Oldenburg besucht und die Künstler nach der Vorstellung kennen gelernt. „Die Texte von Wecker begeisterten uns ohnehin. Wir überlegten gemeinsam, wie man Schülerinnen und Schüler für die Botschaft, die Lyrik und die Poesie der Texte begeistern könnte“, erinnert sich van Dyken. Es entstand die Idee, für die Verabschiedung der 9. und 10. Klassen im Sommer das Stück „Was keiner wagt“ zu nutzen und den Jugendlichen den Text als „Botschaft fürs Leben“ mitzugeben. In den kommenden Wochen werden die Hauptschüler deshalb verschiedene Textpassagen auf Leinwänden gestalten, die dann in den Schulfluren aufgehängt werden.
Parallel dazu wurden Wecker-Texte in den Deutschunterricht eingeführt, um literarische Stilmittel herauszuarbeiten und den jungen Menschen einen neuen Zugang zu Gedichten und lyrischen Texten zu eröffnen. „Unsere Schüler haben begeistert mitgearbeitet, sich intensiv mit dem Text auseinander gesetzt und auf verschiedenste Art und Weise interpretiert“, freut sich van Dyken. Es sei offenbar leichter, Zugang zu einem Künstler der Gegenwart zu finden, als sich mit Werken von Goethe oder Schiller auseinander zu setzen. „Vor allem auch Weckers politische Texte gegen Rechts haben konstruktive Diskussionen in Gang gebracht.“
Vor einigen Wochen gab es ein erneutes Treffen mit Wecker und Barnikel. Und dabei wurde der Besuch in Ganderkesee verabredet. Der 60-Jährige wird zusammen mit seinem musikalischen Begleiter einen Vormittag mit den Schülern der 9. und 10. Klassen verbringen. „Sie möchten dann einen Flügel zur Verfügung haben und einige musikalische Dinge mit den Schülern erarbeiten“, berichtet van Dyken. Es gehe aber auch darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, über die Zukunftsvorstellungen der Jugendlichen zu sprechen und aktuelle Themen zu diskutieren. Wecker, der 2000 wegen Drogenkonsums zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist, engagiert sich seit vielen Jahren politisch.
