GANDERKESEE - GANDERKESEE/KK - In botanischen Nachschlagewerken ist dieses „Gewächs“ mit Sicherheit nicht zu finden: Ein „Taufbaum“ hat in der Cyprian- und Corneliuskirche zwischen Taufbecken und Altar seinen Platz gefunden. Mit der symbolträchtigen Sperrholz-Skulptur aus der Tischlerwerkstatt Oetken will die ev.-luth. Kirchengemeinde Ganderkesee zugleich eine Tradition einführen.
Taufbäume, so erläuterte Pastorin Susanne Bruns gestern vor Ort, seien eine Form, mit der Kirchengemeinden für jeweils ein Jahr die Täuflinge dokumentieren. Das Prinzip: Die Eltern aller Kinder, die in der Cyprian- und Corneliuskirche getauft werden, erhalten ein Sperrholzstück in Form eines Apfels. Auf der Vorderseite können ein Bild und der Name des Kindes aufgeklebt werden, die Rückseite ist für den Taufspruch vorgesehen.
Die einzelnen „Früchte“ werden dann an den Zweigen des Baumes angebracht. Ganderkesees Baum werde seine ersten beiden „Äpfel“ am Montag erhalten, kündigte die Pastorin an.
Jeweils am Pfingstmontag sollen die einzelnen Früchte abgenommen werden. Sie werden zurückgelegt – bis die Kirchengemeinde etwa sechs Jahre später zu einem Tauf-Erinnerungsgottesdienst einlädt. Hier werden die Äpfel an die Täuflinge zurückgegeben.
Die Idee zu dem Taufbaum hatten Pastorin Susanne Bruns und die Kirchenälteste Annette Oetken. Ähnliche Traditionen gebe es beispielsweise in Rastede oder Oldenburg.
Der Ganderkeseer Baum entstand nach einem Entwurf von Tischlermeister Kai Oetken, der auch selbst Hand anlegte und die Werkstatt zur Verfügung stellte. Unterstützung bei der Verwirklichung erhielt er von den Ehemännern der beiden Ideengeberinnen, Michael Bruns und Herbert Oetken.
