Ganderkesee/Klein Henstedt - Manchmal dauert es ein bisschen länger, um Licht ins Dunkel zu bringen. So wie im Fall eines Zeitungsfotos, das vor genau fünf Jahren in der NWZ erschienen ist: Es handelt sich um eine historische Aufnahme, die beim Bookholzberger Frühlingsmarkt Ende April 2013 für den Fotowettbewerb des Orts- und Heimatvereins eingereicht – und zum Gewinnerbild gekürt – worden war.

Nur: Weder wer da auf dem pferdebespannten Milchwagen saß, noch wo und wann die Aufnahme entstanden war, konnte zunächst ermittelt werden. Auch Anita Tönjes aus Hurrel, aus deren Fundus das Bild stammte, wusste nichts Näheres. Gut zwei Wochen später meldete sich aber der Ganderkeseer Jürgen Baumann bei der NWZ: Das Bild zeige seinen Vater Hermann Baumann, es sei wahrscheinlich in den 1930er Jahren entstanden.

Aber wo? Das sah Helga Sievers sofort, als sie am 18. Mai 2013 den NWZ-Bericht (siehe Ausriss oben) las: Die 75-Jährige wohnt in Klein Henstedt, war aber früher in Petersfehn im Kreis Ammerland zuhause – von dort stammte auch Hermann Baumann. Helga Sievers erkannte das Haus, das auf dem Bild im Hintergrund zu sehen ist, und wusste auch, dass dort einmal die Familie Baumann gelebt hatte. Eigentlich wollte sie sich dann bei der NWZ melden, um die offene Frage zu der historischen Aufnahme zu beantworten. „Aber ich hatte damals viel um die Ohren und bin darüber weggekommen.“, erzählte sie. Den Zeitungsausschnitt legte Helga Sievers in die Chronik „150 Jahre Petersfehn“, mit deren Hilfe sie auch herausfand, wo genau die Hofstelle der Baumanns in der früheren Moorkolonie westlich von Oldenburg gelegen hatte.

Vor ein paar Tagen nun nahm die Klein Henstedterin die Chronik ihrer alten Heimat nach langer Zeit wieder zur Hand – und stieß auf den Zeitungsartikel vom 18. Mai 2013. Diesmal rief sie bei der Nordwest-Zeitung in Ganderkesee an – so dass genau fünf Jahre nach der letzten Veröffentlichung dieses kleine Foto-Rätsel als gelöst gelten kann.