Ganderkesee - Auf Kreuzfahrten lernt man unweigerlich viele Menschen kennen. Besonders, wenn man schon mehr als 40 Reisen mit der Aida-Flotte hinter sich hat. So wie Michael Eller. Der Komiker hat in 150 Shows auf den Luxusdampfern dieser Welt unzählige Urlauber zum Lachen gebracht. Am Donnerstagabend lief der gebürtig aus Rheinland-Pfalz stammende Comedian, Jahrgang 1968, mit seinem aktuellen Programm „Ahoi, die Kreuzfahrer kommen“ in Ganderkesee ein und zur Höchstform auf.
Eller berichtet von Schiffsbegegnungen der besonderen Art – etwa mit einer 92-Jährigen, die sich ihm als „halb Rentner, halb Granate, Renate also“, vorstellt. „Die hat eine unglaubliche Energie, geht ab wie Schmidts Katze“, verrät Eller den 107 Gästen in der Mensa des Schulzentrums am Steinacker. Und er erzählt auch vom Lebensmotto der alten Dame: „Lieber blass um die Nase als nass um die Blase.“ Und mit ihren 92 Jahren verfügt Renate über ausreichend Lebenserfahrung, um zu wissen: „Hungrig einkaufen gehen, ist wie besoffen flirten – da schleppst Du Zeug mit nach Hause…“.
Der Kreuzfahrt-Kabarettist Eller hat es sich zum Hobby gemacht, den verschiedenen Dialekten der Gäste auf dem Schiff zu lauschen, um herauszuhören, woher sie wohl stammen könnten. Und so steht er eines Tages auf dem Pooldeck nahe der Beachbar in der Nähe einer Gruppe von Damen im fortgeschrittenen Alter und hört ihnen geduldig zu. Aber: Keine Chance, der Dialekt lässt sich nicht einmal erahnen. Also fasst Eller sich ein Herz und fragt die gut gelaunte und angetüdelte Gruppe, woher sie komme. Die verblüffende Antwort: „von der Oceanbar.“
Schlag auf Schlag folgt in Ellers Programm ein Kalauer nach dem anderen. Er plaudert aus dem Nähkästchen eines Kreuzfahrt-Experten. Keiner weiß so genau, was an den Geschichten stimmt und was erfunden ist. Aber das ist eigentlich auch völlig egal – das Publikum hat seinen Spaß und lacht herzhaft. So auch über die Begegnung eines Wieners mit einer elfköpfigen Gruppe von Kleinwüchsigen in Fußballtrikots, die in einer Sportsbar sitzen. „Ist euer Kicker kaputt?“, fragt der Österreicher die Liliputaner zum Vergnügen des Ganderkeseer Publikums.
Das muss in Zukunft ohne Dr. Wiebke Steinmetz auskommen (siehe Bericht auf der nebenstehenden Seite). Die 58-Jährige, die beruflich nach Bielefeld wechselt, verabschiedete sich am Donnerstagabend mit einer kleinen Dankesrede. „Ich gehe, aber die Kabarett-Reihe in Ganderkesee läuft weiter.“ Und ist das Herbst-Programm bereits fix. Den Auftakt in der Kleinkunst-Reihe macht am Donnerstag, 19. September, 20 Uhr, Olaf Bossi mit seinem Programm „Endlich Minimalist – aber wohin mit meinen Sachen?!“. Anmeldung unter
