GANDERKESEE - Wenn Manfred Seidl, Musiklehrer am Gymnasium Ganderkesee, auf Joseph Haydn zu sprechen kommt, klingt Fasziniertheit durch. Ein „ausgezeichneter und schalkhafter Tonmaler“ sei der Komponist gewesen. Man könne es förmlich spüren, wie da Bienen schwirren, wie ein Gewitter heraufzieht oder ein Wanderer orientierungslos im Wald umher-irrt. Ein bisschen mit dieser Fasziniertheit „anstecken“ wollen Seidl sowie Schüler des Ganderkeseer Gymnasiums und des Bremer Osterchorsteinway jetzt bei zwei Konzerten: Am 7. und 8. April führen sie in Ganderkesee bzw. in Bremen Haydns „Die Jahreszeiten“ auf.
Schon kurz nach dem Weihnachtskonzert hatten die drei Grundkurse Musik des Gymnasiums mit den Vorbereitungen begonnen. Unterstützt werden die etwa 35 Schüler zum einen durch die Sänger und Sängerinnen des Osterchorsteinway, zum anderen durch das Leipziger Instrumentenensemble und das Orchestersteinway Bremen, die auf historischen Instrumenten spielen. Als Solisten wirken Till Bleckwedel (Bass) aus Hamburg als Simon, Florian Benfer (Tenor) aus Leipzig als Lukas und Martha Bosch (Sopran) aus Amsterdam als Hanne mit. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Manfred Seidl.
Haydns Oratorium berichtet aus der Sicht dreier Hauptpersonen – eben des älteren Bauern Simon, des jüngeren Bauern Lukas und der jungen Bäuerin Hanne – von den Dingen, die sie im Verlauf der Jahreszeiten bewegen. „Der Chor unterstützt sie dabei oder schlüpft in die Rolle des Landvolks, das zum Beispiel um Regen bittet, wenn der Bauer Simon den Samen ausgesät hat“, beschreibt Dr. Renate Richter, Direktorin des Gymnasiums, den Inhalt. An anderer Stelle schildere der Chor eindrucksvoll ein tosendes Gewitter, das die Erde erschüttert „bis in des Meeres Grund“.
Es sei „ein liebevolles Bild des Lebens auf dem Lande“, das Joseph Haydn da male, so die Schulleiterin. „Mit Witz und Schalk lässt er uns Tiere hören oder sehen; so schlagen die Hasen Haken, um den Jägern zu entfliehen, so jagen Hunde und Reiter einem Hirschen hinterher – oder wir werden in ein rauschendes Dorffest versetzt.“
