GANDERKESEE - „Höre, so lebe Deine Seele“ – mit diesem Zitat eröffnete Dragica Smiljanic am Freitagabend das Konzert mit orientalischer Musik im Ganderkeseer Rathaus. Die Integrationsbeauftragte der Gemeindeverwaltung hatte einst als Kind diesen Satz zu hören bekommen, weil sie der Volksmusik in ihrer bosnischen Heimat wenig abgewinnen konnte. Mittlerweile weiß Smiljanic die traditionellen Weisen und Tänze zu schätzen – und sieht sie auch als Instrument zur Zusammenführung unterschiedlicher Kulturen.
Das Konzert war der klingende Abschluss der Wanderausstellung „Muslime in Niedersachen“, die seit dem 8. April im Rathaus zu sehen war. Das Interesse an der Ausstellung hätte aus Sicht von Dragica Smiljanic größer sein können – vor allem über die ausbleibende Beteiligung der örtlichen Schulen zeigte sie sich enttäuscht.
Zufrieden war die Integrationsbeauftragte indes mit der Resonanz auf das Konzert: Knapp 50 Musikfreunde waren ins Rathaus gekommen. Das könne Dragica Smiljanic auch als persönlichen Erfolg sehen, denn sie habe „sehr viel Herzblut“ in die Organisation einfließen lassen, meinte die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler in ihrem Grußwort.
Besonders viel Beifall gab’s im Rathaus für die Kindertanzgruppe der DITIB-Moschee aus Delmenhorst. Aber auch die Beiträge des türkischen Musikkonservatoriums Oldenburg, der Türkische Elternchor der Delmenhorster Park-Schule und der iranische Sänger Mossadegh gefielen dem Publikum. Und nicht nur für die Ohren wurde etwas geboten, sondern auch für den Gaumen: In der Pause gab’s orientalische Snacks vom Buffet.
Die Anlieger haben Geld gesammelt und wollen selber mit anpacken. Eine Sanierung aus öffentlicher Hand wäre teurer gewesen.
Von Hergen Schelling
Hohenböken Im Sommer ist er eine Staubpiste, im Winter eine Schlammwüste – aber nicht mehr lange: Der Hohenbökener Weg wird jetzt endlich ausgebaut. Bereits am kommenden Mittwoch geht es los „und zu Himmelfahrt wollen wir fertig sein“, verkündete Hans-Joachim Wallenhorst, 1. Vorsitzender des Bürgervereins Hohenböken, sichtlich stolz den Mitgliedern am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung im Gasthof „Zur Tränke“.
„Eine kleine Sensation“
Der Stolz hat einen Grund: Der Hohenbökener Weg wird nicht von öffentlicher Hand ausgebaut, sondern in privater Initiative. Das Geld haben die 28 Anlieger gesammelt, und sie wollen auch bei den Arbeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten kräftig mithelfen. „Dass wir das so geschafft haben“, meinte Wallenhorst, „ist eine kleine Sensation.“
Als vor zwei Jahren die Diskussion über die Dorferneuerung begann, kam die unbefestigte Wohnstraße, die von Bookholzberg zum Hohenbökener Dorfplatz führt, als einer der dringendsten Maßnahmen auf den Tisch. Schnell zeichnete sich aber ab, dass ein Ausbau durch die Gemeinde wegen der hohen Anliegerbeiträge nicht in Frage kam. „Als private Maßnahme ging das deutlich billiger“, sagte Wallenhorst, der die Bausumme indes nicht öffentlich nennen wollte.
Ausgebaut wird der Weg bis zum Ende der Wohnbebauung – auf rund 550 Metern. Das restliche Teilstück bis zum Dorfplatz befindet sich im Außenbereich, dafür ist die Gemeinde zuständig. „Das wird hoffentlich auch schnell erledigt“, wünscht sich Wallenhorst.
Fahrbahn wird 3,50 m breit
Die Planung sieht eine Fahrbahnbreite von 3,50 Metern vor, befestigte Bankette auf beiden Seiten ermöglichen Begegnungsverkehr. Die Decke besteht aus einem relativ dünnen Spezialasphalt – „das macht es zwar etwas teurer“, erklärte Wallenhorst, „aber so wird die Straße nicht zu hoch an den Grundstücksausfahrten.“
Mit den Erdarbeiten soll in der nächsten Woche begonnen werden, und vermutlich am 8./9. Mai steht der erste Arbeitseinsatz für die Bürger an. „Und so langsam“, ermunterte Wallenhorst die Mitglieder, „könnt Ihr Euch schon mal Gedanken über die einweihung machen.“
