GANDERKESEE - „Diese Musik gibt es gar nicht, zumindest wissen wir keinen Namen", verkündete Trompeter Uli Beckerhoff lächelnd am Sonntagabend in der St.Cyprian- und Corneliuskirche in Ganderkesee.

Damit meinte er vorrangig die Zusammenstellung seines Flügelhornes und seiner Trompete mit den seltenen außereuropäischen Instrumenten des Obertonkünstlers Reinhard Schimmelpfeng, aber auch die Kombination asiatischer Klänge mit Jazz.

Basis für dieses ungewöhnliche Arrangement ist die Pentatonik, die beide Künstler zu traumwandlerischer Improvisation verschmelzen lässt. Trotz der beredten Körpersprache des Klangforschers Schimmelpfeng sieht man nicht die Übergabe seiner Klangwelt an den Trompeter, aber man meint die Schwingungen zu spüren, die Beckerhoff zurückstrahlen lässt. Ebenso fantastisch verbinden die Spektraltöne auch die Zuhörer in der gut besuchten Kirche, die sich akustisch hervorragend für diese Kunst eignet.

Ob afrikanischer Schwirrbogen, indische Tambura, tibetanisches Muschelhorn oder das hochinteressante Aqua-Phone – die flirrenden Obertöne lassen expressionistische Bilder von Luft, Wasser und Sternenfirmament entstehen und verbinden sich mit den Jazzelementen der beiden Instrumente (Trompete auch mit Dämpfer) zu einem unglaublichen Klangerlebnis.

Übrigens stammen sowohl das Flügelhorn und die Trompete von Uli Beckerhoff und das Aqua-Phone aus der Werkstatt eines bekannten Bremer Instrumentenbauers.

Anfangs trauten sich die Zuhörer kaum zu applaudieren, sie waren wie gebannt. Doch von Mal zu Mal steigerten sie sich und entlockten damit den wie in Trance spielenden Künstlern entspannte Mienen und launige Worte.

Nach der letzten Darbietung „entschwebte“ der Trompeter hinter den Altar. Die Zugabe nahm nochmals einzelne Themen aus dem Abend auf. Nun kam auch endlich das bis dahin ruhende Didgeridoo mit einem Ton zu Gehör. Ein besonderer Abend von besonderen Künstlern für ein wohl auch besonderes Publikum.

Afrikanischer Schwirrbogen trifft indische Tambura