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Kunst Ein Autodidakt gibt den Takt vor

Ascan Dieffenbach

GANDERKESEE - Er ist kreativ, experimentell und irgendwie ist er anders: Hans-Joachim Hespos ist ein ganz besonderer Stern am Komponisten-Himmel. Rund 220 Stücke stammen aus der Feder des Ganderkeseers. Von Kammermusik über Ensembles bis hin zur Oper hat Hespos schon alles bedient, was die Musik-Welt zu bieten hat.

Heute ist er 72 Jahre alt, aber noch immer genauso aktiv wie vor zehn oder 20 Jahren. Erst kürzlich hat sich Hespos „einen neuen Auftrag abgeholt“, wie er es nennt. In Dresden wird im Februar 2011 ein Werk von ihm für einen Doppelchor uraufgeführt: von dem Kammerchor Dresden und dem „Norwegian Solists’ Choir“. Dass die Chöre ursprünglich in unterschiedlichen Sprachen singen, spielt für Hespos keine Rolle, denn sie bekommen keine Texte. „Ihre Lautlichkeit ist der Text“, sagt Hespos. Typisch Hespos – er experimentiert gerne.

Viele Auszeichnungen

Im Laufe seiner Karriere bekam Hespos viele Preise, die ihm sehr wichtig sind: „Auszeichnungen können wertsteigernde Anerkennungen sein.“ Gemeint sind nicht die Finanzen. Es ist eine Wertsteigerung gegenüber Kritikern, anderen Künstlern oder dem Publikum.

Dass es Hespos zu Auszeichnungen wie dem begehrten Villa-Massimo-Stipendium für herausragende Künstler brachte, war keineswegs vorgezeichnet. Er begann zwar schon als Achtjähriger mit der Geige und trat zwei Jahre später öffentlich auf, an einer Universität studierte er die Musik allerdings nie. Hespos hat sich all sein Können selber beigebracht. Und das ist es möglicherweise, was sein Werk so einzigartig macht. „Als Autodidakt muss man immer besser sein als andere, um sich gegen sie zu behaupten“, sagt Hans-Joachim Hespos.

So unkonventionell wie sein Werdegang ist auch seine Musik. Er baut nicht nur Instrumente selber, er schreibt Kompositionen auch auf so eine Art und Weise, dass er sie nie per Computer anfertigen könnte, weil die Programme dafür nicht ausgelegt sind.

Dennoch ist auch er digital: Erst kürzlich hat er die Proben für Aufführungen in Los Angeles am Computer durchgeführt – mit Fragen, Antworten und Tonkorrekturen.

Hespos muss aber nicht nur technisch auf dem neuesten Stand sein: Er lässt sich von allen Neuerscheinungen auf dem Musik-, Film- und Theatermarkt inspirieren. Aber auch der Austausch mit anderen Wissenschaften wie der Physik ist ihm wichtig. „Es ist wie eine geistige Nahrungsaufnahme“, sagt er, „manches bleibt hängen, manches vergesse ich besser sofort wieder.“

Lebendig halten

Das Ergebnis seiner Mühen „soll anregen, anstoßen und lebendig halten sowie den Geist der Zuhörer flexibel machen.“ Deshalb muss man bei Hespos auch damit rechnen, dass Elektronik-Musik gespielt wird oder dass er eine ungewöhnliche Performance bietet. Hespos: „Es kommt immer etwas Unerwartetes, Unbekanntes. Diese Arbeit macht mein Leben sehr interessant.“ Er selbst beschreibt seine ständig neu erfundenen kreativen Experimente als „neu-anders“.

kreist das Rathauskonzert am Sonnabend, 8. Mai, um 19.30 Uhr im Lichthof des Ganderkeseer Rathauses.

ist die Aufführung zweier Werke von Hespos. Darunter die Uraufführung seines „Tambal (2003)“ für Cimbalom.

fand vor allem in der orientalischen und südosteuropäischen Volksmusik große Anwendung.

„Auf den Spuren des Ursprungs“ greift das Konzert-Programm zurück auf ungarische, tschechische, slowakische und russische Texte.

wird gespannt von Guillaume de Machaut (14. Jahrhundert) bis ins 21. Jahrhundert (György Kurtag, Hespos).

werden Vertonungen von Komponisten der oben genannten Regionen geliefert.

führt an diesem Abend Hans-Joachim Hespos und Enikö Ginzery zusammen. Hartmut Griem, Vorsitzender des Vereins Rathauskonzerte, beschreibt Ginzery als die „außerordentlich virtuose Solistin des Abends“.

und die exotische Besetzung mit Juliane Herrmann, Sopran, und Julian Gretschel, Barockposaune, verspricht einen lebendigen Abend.

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