Ganderkesee - Einige erfolgreiche Krimis hat Helga Bürster schon geschrieben – jetzt legt die Dötlinger Schriftstellerin ihren ersten Familien-Roman vor: „Luzies Erbe“ erzählt von einer verbotenen Liebe im Zweiten Weltkrieg, die jahrzehntelang ein verschwiegenes Familiengeheimnis bleibt und erst in der Gegenwart aufgearbeitet wird. Nach Lesungen in Wildeshausen und Hude stellt die Autorin ihr neues Werk nun auch in Ganderkesee vor: Auf Einladung der Buchhandlung Förster liest sie am Freitag, 27. September, ab 19.30 Uhr im Alten Rathaus daraus. Der Eintritt kostet 10 Euro.
Der Roman spielt in der Region und ist angelehnt an die Geschichte von Helga Bürsters Großeltern, die beide nicht mehr leben. Ihr Buch beginnt mit dem Tod von Luzie Mazur, die im hohen Alter von fast 100 Jahren verstorben ist und ihrer Familie einen verstaubten Koffer voller Erinnerungen hinterlässt. Enkelin Johanna macht sich daran, das Familiengeheimnis zu ergründen.
So erfährt sie von Luzies Liebe zu Jurek, einem polnischen Zwangsarbeiter, während des Zweiten Weltkrieges in einem „Reichsmusterdorf“ – ein lebensgefährliches Verhältnis zur damaligen Zeit. Nach und nach lüftet die Enkelin das „Mazur’sche Schweigen“ über diese Beziehung.
Helga Bürsters Familien-Roman ist im Insel Verlag erschienen, der zum renommierten Suhrkamp Verlag gehört – im aktuellen Herbstprogramm von Suhrkamp gehört das Buch zu den Spitzentiteln, was die Autorin nach eigenen Angaben als „Ritterschlag“ empfindet. Die Idee zu diesem Buch hat sie lange mit sich herum getragen und intensiv recherchiert: in Polen, in Museen, in Feldpostbriefen.
Helga Bürster habe versucht, „den richtigen Ton zu treffen“ und „das Schwere leicht erzählt“, beschreibt der Buchhändler Gustav Förster seinen ersten Eindruck von „Luzies Erbe“. „Nur so lässt sich Geschichte manchmal ertragen“.
