GANDERKESEE - Mit einem Platzkonzert auf dem Château-du-Loir-Platz vor dem Bahnhof haben sich der Spielmannszug Ganderkesee und seine Gäste, die Dauphines du Val de Loir, gemeinsam den Ganderkeseer präsentiert. Anschließend gab es einen Empfang im Rathaus. Das Programm war zeitlich sehr gut abgestimmt: Als die letzten Musiker am Rathaus angekommen waren, setzte der Regen ein.
Die offiziellen Grüße von Rat und Verwaltung überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler. Aber auch einige Ratsmitglieder ließen es sich nehmen, den französischen Gästen die Ehre zu erweisen, allen voran der Ratsvorsitzende Hans-H. Hubmann (CDU). Ebenfalls dabei waren Marion Daniel (FDP), Erika Vogel (UWG) und Johannes Mestemacher (SPD).
Zießler wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass die Partnerschaft im September 1980 besiegelt worden ist und seither jedes Jahr Kontakte stattgefunden haben. Über den offiziellen Rahmen hinaus hätten sich viele private Kontakte entwickelt, bis hin zu gemeinsamen Urlaubsreisen. Auch nach dem personellen Wechsel an der Spitze beider Spielmannszüge gebe es in dem Bemühen, die Kontakte zu intensivieren, keinerlei Abstriche.
Der Leiter des Spielmannszuges Ganderkesee, Klaus Meyer, sagte, als er vor gut einem Jahr den Vorsitz übernommen habe, sei auf ihn eine große Aufgabe zugekommen. Doch angesichts der großen Unterstützung durch viele Familien habe er keine Sorge, dass die Kontakte zu den französischen Freunden zu kurz kommen könnten.
Bevor die Mitglieder des Spielmannszuges zu Pfingsten 2009 nach Frankreich zum Gegenbesuch reisen, ist vom 1. bis 5. Oktober eine Delegation der Gemeinde in Château-du-Loir zu Gast. Die Reise organisiert der Förderkreis. Für Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas ist es der erste Besuch in der Partnergemeinde.
Die Betroffenheit der Friedhofsbesucher hält weiter an. Die Beseitigung der Schäden wird nicht ganz billig sein.
Von Wolfgang Loest
Ganderkesee „Wie kann man nur so etwas machen? Das ist doch völlig sinnlos“: Auch am Montag gab es noch etliche fassungslose Besucher des Friedhofs an der St. Cyprian- und Corneliuskirche, die besorgt nach den Gräbern ihrer Angehörigen sahen. Viele der letzten Ruhestätten sind, wie berichtet, übers Wochenende verwüstet worden.
„Es sind bereits eine Reihe von Hinweisen eingegangen. Im Hinblick auf die Täter wurden bislang aber nur sehr vage Angaben gemacht“, erklärte Polizeioberkommissar Jürgen Carstens am Montag auf Nachfrage. In der Ganderkeseer Polizeistation werden die Zeugenaussagen gesammelt, um den Tatzeitraum näher eingrenzen und damit die Ermittlungen konzentrierter führen zu können.
Im Frühjahr waren auf dem Friedhof von einigen Gräbern größere Pflanzen gestohlen worden (die NWZ berichtete). Diese Diebstähle könnten unter Umständen auch als Grabschändung verfolgt werden. Mit den umgeworfenen Grabsteinen ist die Sachlage völlig klar: „Das ist mehr als nur Sachbeschädigung“, sagte Carstens. Grabschändung wird in Deutschland als Störung der Totenruhe verfolgt und mit einer Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu drei Jahren geahndet.
Die Täter müssen erhebliche Kraft aufgebracht haben, um ihr zerstörerisches Werk zu vollenden. „Einer allein hat das ganz sicher nicht gemacht“, glaubt der Ganderkeseer Steinmetz Herbert Dietrich, der sich die Schäden vor Ort angesehen hat. Zum Teil sind die Grabsteine samt Fundament aus der Verankerung gerissen worden. Mit einem schnellen Fußtritt sei das nicht zu bewerkstelligen. Die Schäden zu beseitigen, wird nicht ganz billig. Im Durchschnitt sei mit rund 250 Euro zu rechnen, so der Experte.
