GANDERKESEE - Er war ein politisch denkender Mensch, der keiner politischen Partei angehörte. Das erleichterte Gemeindedirektor Heinz Huhs die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Fast drei Jahrzehnte lang, von 1958 bis 1987, war er Verwaltungschef in Ganderkesee. Am Montagabend ist der Ganderkeseer kurz vor seinem 85. Geburtstag verstorben. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

„Als gradlinigen, aufrechten Mann, der seine Arbeit sehr präzise durchgeführt hat“, beschreibt der frühere Bürgermeister Hans-Christian Schack den langjährigen Gemeindedirektor. „Er war immer sehr akkurat und hat sich auch selber in die Pflicht genommen.“ Huhs habe zwar etwas distanziert gewirkt, „aber jeder konnte seine Probleme mit ihm besprechen“. In den sechziger und siebziger Jahren habe sich der Verwaltungschef sehr stark für den Ausbau des Schulwesens eingesetzt. Auch der Flugplatz und das Gewerbegebiet an der Bergedorfer Straße verdanken ihre Existenz maßgeblich Heinz Huhs.

Aus nächster Nähe Einblick in die Arbeitsweise und Persönlichkeit des Gemeindedirektors hatte Gerold Sprung, den Huhs 1977 von Delmenhorst nach Ganderkesee geholt hatte. 1982 wurde Sprung offizieller Vertreter im Amt, fünf Jahre danach sein Nachfolger. „Er war ein hochintelligenter Verwaltungsfachmann, der gut mit den ehrenamtlichen Bürgermeistern zusammengearbeitet hat. Es bereitete ihm große Freude, seine Gemeinde zu gestalten“, erinnert sich Sprung. „Er war eine absolute Persönlichkeit, die auch unter den Kollegen sehr geschätzt war.“

Ein „Kumpeltyp“ ist Heinz Huhs nie gewesen, sagen die, die ihn kennengelernt haben. Und großen Wert auf Auftritte in der Öffentlichkeit hatte er nicht mehr gelegt, seit er sich im Ruhestand befand. Lediglich im August 2010 nahm er zusammen mit seiner Ehefrau Ingrid am offiziellen Empfang zum 1150-jährigen Bestehen der Gemeinde teil. Von dieser Veranstaltung stammt auch das letzte Foto.

Sein Engagement für die Allgemeinheit endete allerdings nicht mit dem Ruhestand. Auch nach seiner Pensionierung war Huhs Dozent an der Verwaltungsschule in Oldenburg. Und nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung gab der Verwaltungsexperte seine Erfahrungen an eine Kleinstadt in den neuen Bundesländern weiter.

Neben den Schulen legte Huhs viel Wert auf die Förderung von Kultur und Erwachsenenbildung. Unter anderem hat er die VHS Ganderkesee ins Leben gerufen.

Zu seinem 60. Geburtstag hatte Huhs als erster Ganderkeseer den Ehrenring der Gemeinde für besondere Verdienste erhalten. Ein Jahr danach durfte er sich bei seinem Ausscheiden ins Goldene Buch Ganderkesees eintragen.