GANDERKESEE - GANDERKESEE/KK - Es war schon eigenartig. Da saß dieser Reinhard Schimmelpfeng am Sonnabendnachmittag in einem Raum des evangelischen Gemeindehauses, stimmte ganz allein einen Ton an – und zugleich wurde ein zweiter, heller Ton hörbar. „Obertonmusik“ nennt sich diese Gesangstechnik. Das Interesse war allerdings – vielleicht wegen der Hitze – gering: An einem Einführungskursus im Gemeindehaus nahmen nur sechs Interessierte teil, und auch zu einem anschließenden Konzert in der Kirche kamen nur wenige Zuhörer.
Als „Klangpoesie“ bezeichnet der gelernte Kirchenmusiker aus Bremen die Klänge ohne Worte. Sie muten archaisch an, entwickeln sich im Raum. Die Klänge der Obertonmusik, so der 52-Jährige, seien „nicht für den Konsum nebenbei geeignet, sondern fordern und erzeugen gleichermaßen jene Achtsamkeit, welche die Grundhaltung jeder Meditation ist“.
Bei seinem Konzert verband Schimmelpfeng den Gesang mit Klängen von verschiedenen Obertoninstrumenten: Fast vorsichtig blies er die Windharfe oder strich mit dem Schlägel über den Symphonic-Gong – um mal schwebend-zarte und mal durchdringende Klangerlebnisse zu ermöglichen.
