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Präsentation „Brillante Idee“ mit 146 Seiten Ungewohnte Blicke in ein Ziegendorf

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GANDERKESEE - Gander- kesees Seniorenbeirat erhielt am Sonntag ein großes Lob – aus durchaus berufenem Munde. „Brillant“ nannte der langjährige ARD-Fernsehmoderator und Journalist Sven Kuntze die Idee, ältere Menschen zum Aufschreiben von Erlebtem zu bewegen. Was entstand, sei „ein Leuchtturm-Projekt“, was aber die „Pflicht“ mit sich bringe, es zu verbreiten. „Bundesweit.“

Im Rahmen einer von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes organisierten Aktionswoche gegen Altersdiskriminierung wurde das Buch (Titel: „Senioren erinnern sich – Was es heute so in Ganderkesee nicht mehr gibt“) im Rathaus vorgestellt. Kuntze, der sich intensiv mit Aspekten des Alterns befasst hatte (etwa mit seinem Film „Altsein auf Probe“), bedankte sich bei den Autoren mit eigenen, kleinen Geschichten aus seiner Vita. Eindringlich warb er für die Praxis in US-Altenheimen, wonach Bewohner je nach Möglichkeit im Heim mitarbeiten. Größte Geißel im Alter sei die Einsamkeit, um sie zu überwinden, setze er auch aufs Betreute Wohnen.

Die Idee zu dem Buch war aus einem ganz privaten Gespräch entstanden – einem Gespräch darüber, wie schnell Menschen und ihr Leben vergessen sind, zumal dann, wenn sie „keine Bank über- fallen haben“. Ob man dagegen etwas tun könnte? Erika Lisson, Beisitzerin im Seniorenbeirat, nahm den Faden auf.

Ihr erster Gedanke war, die Gemeinde mit ins Boot zu holen. Doch das klappte nicht.

„Wir haben damals gesagt: Dann machen wir’s“, erinnerte sich die Ganderkeseerin an die anschließende Diskussion im Seniorenbeirat. Im Juni 2011 rief der Beirat auf: Wer wolle, der möge eine Geschichte oder ein Gedicht beitragen – hochdeutsch oder auch up Platt.

Doch so einfach ging das nicht – und auch nicht so schnell wie gedacht. „Es tröpfelte nur“, erinnerte sich Seniorenbeiratvorsitzende Uwe Lisson an die eingehenden Manuskripte. Also warb der Seniorenbeirat in Mitgliedsgruppen oder auch Pflegeheimen fürs Mitmachen.

Teils fuhr Erika Lisson dann zu den Autoren in spe, schrieb ihre Geschichten auf. Rolf Geisler, ehemals Lexikon-Redakteur und jetzt stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats, übernahm das Lektorat. 46 Geschichten und Gedichte kamen zusammen.

Was da entstand, „ist kein Geschichtsbuch, es ist ein Geschichtenbuch, ein Erzählbuch“, betonte Erika Lisson. Ob es denn ein weiteres Buch gibt? Das wolle man gern angehen. „Aber wir müssen jetzt erst mal Atem holen.“

Das Buch ist über den Buchfachhandel erhältlich. Es kostet 10,50 Euro.

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Almut Brand schüttelte den Kopf. Nein, an einem Buch habe sie bislang noch nie mitgeschrieben. Gedichte habe sie schon einmal verfasst, für eine Kegelgemeinschaft, aber nur zur internen Unterhaltung. So war es Neuland für die Falkenburgerin, als sie sich an dem Buch-Projekt „Senioren erinnern sich – Was es heute so in Ganderkesee nicht mehr gibt“ beteiligte. Mit 91 Jahren ist sie die älteste Mitautorin.

Almut Brands Geschichte „Bei uns haben die Kühe einen Bart“ nimmt mit in ihren elterlichen Haushalt, den der Familie Fink an der Mühlenstraße in Ganderkesee (heute: Raumausstattung Lüdeke). Zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln hätten auch drei „Milchlieferanten“ beigetragen – Ziegen. Das sei beileibe nichts Ungewöhnliches gewesen: „Ganderkesee war ein bekanntes Ziegendorf. In fast jedem Haus gab es irgendwo einen Ziegenstall, und zu den hausfraulichen Pflichten gehörte damit auch das Ziegenmelken.“

Ungewöhnlich war da schon eher, was diese Ziegen des Nachts anrichteten, als der Stall nicht richtig verschlossen war und die abenteuerlustigen Paarhufer auf Wanderschaft gingen.

„Das hat Spaß gemacht“, sagte die 91-Jährige rückblickend auf ihren Einsatz als Mitautorin. Weil ihr Augenlicht eingeschränkt ist, hatte Erika Lisson das Tippen übernommen.

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