GANDERKESEE - Fröhliche Augen und strahlende Gesichter erleuchten den Saal. Wer träumt nicht davon Kinderherzen mit seinem Beruf glücklich zu machen? Nur wenige Erwachsene haben die Möglichkeit dazu. Puppenspieler Manuel Virnich ist einer von ihnen. Am Donnerstag ist er vor 20 Kindern und deren Eltern im Haus Müller mit dem Stück „Max der Kugelkäfer“ aufgetreten.

Virnich ist ein Alleskönner, das merkt man. Seine Arbeit beginnt nicht erst, wenn das Publikum da ist, sondern viel früher. Vor und nach der Vorstellung muss er Handwerker und Techniker sein. Virnich ist alleine unterwegs und muss seine Kulissen daher auch alleine auf- und abbauen. Seine Bühne ist aus diesem Grund praktisch konstruiert. Er hat eine Rundbühne aus Holz. Innerhalb eines kreisförmigen Tisches befindet sich ein Loch durch das er kriecht, um während der Vorstellung auf dem Rand des Tisches seine Figuren zu bewegen. Der Tisch kann gedreht werden, um zwischen den Szenen zu wechseln. Diese Form des Puppenspiels werde „Offenes Spiel“ genannt, da der Spieler sichtbar ist, erklärt er.

Die Licht- und Tonanlage hinter der Kulisse, betätigt er mit den Füßen über zwei Pedale, die sich unter dem Tisch befinden. „Ich muss nur drauftreten und die Playback-Musik beginnt“, schildert er. Manuel Virnich singt auch selbst. „Das habe ich auf der Schauspielschule gelernt“, betont er. „Das heißt aber nicht, dass jeder Puppenspieler Schauspielerei studiert hat. Die meisten sind über Umwege zum Puppenspieler geworden“, weiß Virnich. „Viele haben ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Seine Figuren lässt der „Alleinunterhalter“ bei Ingo Wolf, einem Puppenbauer aus Bad Segeberg anfertigen. Sie sind aus Holz und aus Pappmaché angefertigt. Bewegt werden die Puppen über Haltegriffe auf ihrem Rücken. Während der Vorstellung versteckt Virnich die Puppen, die nicht benötigt werden, in Vorrichtungen unter dem Tisch oder in den Szenebildern, Häusern und Bergen, auf dem Tisch.

Bei der Aufführung kommt er ganz schön ins Schwitzen. Die Beleuchtung, das Wechseln und Anpassen der Stimme an die verschiedenen Puppen und die Bedienung der Technik erfordern eine hohe Konzentration.

Dafür kann Virnich mittlerweile gut von seinen Aufführungen leben und es macht im Spaß zu spielen, das ist ersichtlich. Er hat 2003 das Mapili-Theater gegründet über welches er pro Jahr 130 Stücke aufführt. Zum Teil schreibt und komponiert er die Stücke selbst. Mit „Max der Kugelkäfer“ hat er im Juni beim Hamburger Kindertheaterwettbewerb den ersten Platz belegt.

Den meisten Umsatz macht Virnich zwischen Herbst und Frühjahr. Dann beginnt mit dem schlechteren Wetter die „Märchenzeit“. „Eine Zeit, in der die Kinder viel drinnen spielen und das Puppentheater eine gute Abwechslung zum Fernsehen darstellt“, erzählt er mit einem Lächeln.