Ganderkesee - Wer über Weihnachten Dienst schieben muss, will in der Regel auch was zu tun haben. In der Ganderkeseer Rettungswache der Malteser liegt die Sache etwas anders: „Wenn wir eine Schicht ohne Einsätze haben, heißt das ja, dass es den Leuten gut geht“, weiß Rettungsassistent Frederik Leibecke.

Eine Elf-Stunden-Schicht ganz ohne Einsätze kommt aber selbst an den Feiertagen nicht vor. Irgendetwas passiert immer – „obwohl es über Weihnachten in der Regel schon ruhiger als sonst ist“, wie der Notfallsanitäter David Winkenbach berichtet, der sich die Tagesschicht am Heiligabend mit Frederik Leibecke sowie den Rettungssanitätern Sascha Riege und Elvin Kurtul teilt. Bis zum Mittag mussten sie nur einmal ausrücken, nichts Schlimmes. Diese Ruhe ist den Diensthabenden ganz recht. Es sei auch schon vorgekommen, berichtet Winkenbach, „dass wir unterm Weihnachtsbaum reanimieren mussten“ – doch solche Situationen wünscht sich niemand.

Aber nicht nur Notfälle fordern die Diensthabenden in der Wache – auch der medizinische Alltagsbetrieb läuft, wenngleich eingeschränkt, an den Feiertagen weiter. So rücken Winkenbach und Kurtul kurz vor 12 Uhr aus für einen Krankentransport: Ein Patient muss zur Dialyse in die Klinik gefahren werden.

Und auch sonst ist immer irgendetwas zu tun – und sei es Aufräumen. Oder Geschirrspülen, denn ein kleines Weihnachtsessen gibt es auch für die beiden Schichten am Heiligen Abend. Dafür sorgt seit Jahren zuverlässig die Gemeinde Ganderkesee, die stets am 24. Dezember Kartoffelsalat und Frikadellen in die Rettungswache liefern lässt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler schaute am Mittag auch noch persönlich vorbei und brachte Punsch und ein paar Weihnachts-Naschereien mit – ein kleiner Dank für die Arbeit des ganzen Jahres.

Für die Vier von der Tagesschicht war das nicht die letzte Festmahlzeit an Heiligabend: Ihr Dienst endete um 18 Uhr, da blieb hinterher Zeit genug für Essen und Bescherung im Familienkreis. Allzu lange dauerte die Heilige Nacht aber nicht für jeden: Frederik Leibecke hatte am 1. Weihnachtstag um 7 Uhr schon wieder Dienst. Auch das hat System bei den Maltesern: Die Jungen und Ledigen übernehmen mehr Schichten über Weihnachten, damit die Mitarbeiter mit Familie und Kindern das Fest in Ruhe genießen können – dafür dürfen die Jüngeren über Silvester frei machen. Dann gibt es übrigens meistens ein bisschen mehr zu tun für den Rettungsdienst.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)