GANDERKESEE - Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Empfang im Gemeindehaus hat die inzwischen zur Kirchengemeinde St. Marien gehörende Gemeinde St. Hedwig am Sonntag den 60. Jahrestag der Kirchenweihe gefeiert. An der Festveranstaltung nahmen unter anderem Dechant Hubert von der Heide, die Pastoren der evangelischen Kirchengemeinde sowie Vertreter von Schulen, der Delmenhorster Tafel und des Ganderkeseer Hospizvereins teil.
Annette Lenz aus dem Vorstand des Gemeinderates sagte, 60 Jahre seien für eine Kirche eigentlich keine besondere Zeitspanne. Dennoch berühre ein solches Datum die Menschen, weil es mit dem Lebensalter verglichen wird.
In ihrem vergleichsweise kurzen Leben habe St. Hedwig bereits Einiges mitgemacht. Nach dem Krieg galt es, den Vertriebenen eine neue Heimat zu geben. Das Zweite Vatikanische Konzil führte dann zu allerhand Veränderungen in der katholischen Kirche, bis hin zur Umstellung der Sprache im Gottesdienst von Latein auf Deutsch. In den 68er-Jahren begann der Mitgliederschwund, der aber längst ins Gegenteil umgekehrt werden konnte. Die Gemeinde sei lebendig und mit 60 Jahren längst noch nicht reif für den Vorruhestand.
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas erinnerte daran, dass die Gemeinde nach dem Krieg etwa 5000 Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen hat, darunter zahlreiche Katholiken. „Der Glaube gab ihnen festen Boden unter den Füßen“, sagte die Gemeindevertreterin. Das gute Miteinander sei eingeflossen in den Bau der Kirche. Die lebendige Gemeinde lebe derzeit auch durch das besondere verbindende Engagement ihres Pfarrers Norbert Lach.
