Ganderkesee - „Fast 66 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, etwa die Hälfte davon sind Kinder“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler. Sie würden Unterstützung jeglicher Art benötigen. Eine Ausstellung soll jetzt zum Helfen und Nachdenken anregen.

Mit den Bildern, die bis zum 25. Januar im Lichthof des Ganderkeseer Rathauses gezeigt werden, will die „terre des hommes“-Arbeitsgruppe Ganderkesee-Delmenhorst Einblicke in den Alltag geflüchteter Kinder geben. Es gehe um Projekte entlang der Fluchtroute Syrien, Irak, Jordanien, Türkei, Italien und Deutschland, sagte Barbara Wessels aus der Arbeitsgruppe. Dazu gehören auch Informationen über Hilfsangebote in der Region. Barbara Wessels verwies auf ein Projekt in Osnabrück, wo ein Kleingartenverein Flüchtlingsfamilien Gärten zur Verfügung stellt.

Allerdings kommen die meisten Flüchtlinge laut Regina Hewer gar nicht nach Europa. Die Hauptaufnahmeregionen seien der Nahe Osten und Afrika: 56 Prozent der Flüchtlinge würden dort leben, nur 17 Prozent kämen nach Europa. „Auch wenn wir das Gefühl haben, vor unserer Tür spielt sich alles ab, sind wir nicht die Hauptaufnahmeregion.“

Kinder seien besonders verletzlich, sagte Regina Hewer. Sie würden in ihrem Herkunftsland und auf der Flucht Grausamkeit erleben und die Erfahrung machen, dass Erwachsene keinen Schutz bieten könnten. „Sie sind die Haupt-Risiko-Gruppe für Traumata“, so Kerstin Elbing. Psychologische Hilfe sowie Gesundheits- und Bildungsangebote seien deshalb besonders wichtig. Ab Februar können auch Schulen die Ausstellung von „terre des hommes“ zeigen. Außerdem würden Führungen, Unterricht für Schulklassen und Fortbildungen für Lehrer angeboten, sagte Barbara Wessels.

Antje Rickmeier
Antje Rickmeier Redaktion Ganderkesee