Ganderkesee - Etwas verschlafen sehen sie aus, die Musiker des Spielmannszuges Naten­stedt. Pünktlich um 14.14 Uhr marschieren sie dann aber munter los in ihren bunten Nachthemden. Was sie heute spielen, entscheiden sie spontan, sagt Dirigent Mike Egbers, der die Truppe als Sandmann verkleidet anführt. Das Sandmann-Lied darf aber nicht fehlen: „Das haben wir extra einstudiert“, erzählt er. Na wenn da mal niemand einschläft!

„Hamburg, zweite Liga“, schallt es hingegen vom benachbarten Wagen der Bobbies. „Wir haben keine eigene Musik, wir singen selber“, ruft Max Tönjes vom Wagen runter und verrät auch gleich, dass die jungen Tänzer heute lange Unterhosen tragen. „Letztes Jahr mit dem Regen war es aber kälter“, findet der Elfjährige. „Heute können wir besser feiern.“

Stulpen, Leggings, Mützen, Hüte und wärmende Capes – auch die Rote Garde ist bestens vorbereitet. Mutter Nicole Wessel verteilt an ihre achtjährige Tochter Ina und deren Freunde noch wärmende Kissen.

Der Hausmänner-Stammtisch setzt hingegen nicht auf wärmende, sondern auf heiße beziehungsweise sexy Kleidung. Als Stewardessen tanzen die Männer um den Ring. Der Erste Gemeinderat Rainer Lange und die Gruppe „Happy Feet“ wecken unterdessen mit ihren Hawaii-Anzügen mit Palmen und Flamingos Urlaubsstimmung, ob die auch warm hielten, ist nicht überliefert.

Während sich etliche Gruppen wie die „Heel Jacks“ und „Der zusammengewürfelte Haufen“ einfach mit Tanzeinlagen warm halten, läuft sich die Faschingsgemeinschaft Bürstel-Immer warm: Als Bierflaschen verkleidet schieben sie ihre überdimensionale Bierkiste um den Ring.

„Eis-Zeit“ herrscht hingegen beim Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege – aber nur, was das Motto betrifft. Mit „Schminken und Trinken“ hat sich die Truppe schon am Morgen aufgeheizt, verrät Florian Sander, der zum ersten Mal mitläuft. Während des Umzugs gibt es dann wärmende Umarmungen der Ehrendamen.

Der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege ist in diesem Jahr nicht der einzige mit eisigem Motto. Und auch die Themen Jim Knopf, Weihnachten, Wetter, Bier und Jahrmarkt sind mehrfach vertreten. Letzteres Motto wählten die Adelheider und die Landjugend Sandersfeld, die beide beeindruckend aufwendig gestaltete Wagen präsentieren.

Eingeschlafen ist während des Umzuges wohl niemand – auch nicht beim Sandmann-Lied des Spielmannszuges Natenstedt. Ein paar Zuschauer beklagten allerdings die im Vergleich zu den Vorjahren eher mäßige Stimmung.