GANDERKESEE - Piraten. Buttermilchvampire. Vorstadtkrokodile: Diesen illustren Gestalten begegneten die Fünftklässler des Realschulzweiges der Haupt- und Realschule Ganderkesee am Dienstag. Zwei Volontäre und ein Redakteur der NWZ besuchten die Schüler im Unterricht. Im Gepäck: Bücher mit spannenden Geschichten.

Diesmal waren die Zeitungsmacher mal nicht zum Schreiben, sondern zum Vorlesen unterwegs. Sie nahmen teil an der Vorlese-Aktion der Ganderkeseer Initiative „Lesekiste“. Dabei stellten sie erfreut fest, dass von Lesemuffeln jegliche Spur fehlte. Nach den Lesegewohnheiten gefragt, verrieten die Schüler, dass die meisten auch privat viel schmökern.

Volontärin Annika Richter hatte für die Klasse 5c einen Klassiker auf Lager: Sie las aus dem Jugendbuch „Die Vorstadtkrokodile“ von Max von der Grün vor. Die Schüler waren völlig gebannt von der Geschichte, in der es der an den Rollstuhl gefesselte Kurt schafft, in eine Kinderbande aufgenommen zu werden und Vorurteile gegenüber seiner Behinderung abzubauen.

Für die 5b brachte Volontär Sven Franzek das Buch „Ivan und der Buttermilchvampir“ von Joachim Friedrich mit. Eine Geisterbeschwörerin geht gemeinsam mit ihrem außerirdischen Schaf mysteriösen Vorgängen beim Dreh eines Vampirfilms nach.

Markus Minten, seines Zeichens Redakteur in Ganderkesee, hatte sich das Buch „Die Abenteuer des Stanley Buggles – Schrecklich schaurige Piraten“ von Chris Mould für die 5a ausgesucht. Der junge Stanley erbt von einem ihm bisher unbekannten Großonkel ein Anwesen auf der Insel „Crampton Rock“. Bald muss er feststellen, dass sich dort unheimliche Dinge abspielen . . . Außerdem gab der NWZ -Redakteur eine Kostprobe aus der Reihe „Meisterdetektiv Siggi Sonne“ zum Besten. Ein elfjähriger Junge geht in „Verschwörung um Mitternacht“, geschrieben von Jo Pestum, einem seltsamen Spuk in einer alten Villa auf den Grund.

Während der Lesestunde erzählten die Fünftklässler, dass sie neben geschriebenen Büchern auch gerne zu Hörbüchern greifen. Außerdem sind Bücher der schwedischen Autorin Astrid Lindgren weiterhin angesagt.

Die Schüler lauschten aber nicht nur den Geschichten. Sie nutzten auch die Chance, um Redakteur und Volontäre nach ihrem Arbeitsalltag zu befragen. Dabei wollten sie etwa wissen, welche Berühmtheiten schon interviewt wurden. Oder auch, wie viel ein Redakteur den lieben langen Tag unterwegs ist. Sie stellten auch die Frage, woher die Redaktion eigentlich weiß, wann ein Unfall passiert ist.

Die NWZ -Mitarbeiter waren nur drei von vielen Vorlesepaten der „Lesekiste“, die dieser Tage im Einsatz sind. Als Vorgeschmack auf den Tag des Buches am Donnerstag tragen die Paten ihre Geschichten in Schulen, Kindergärten, Cafes, Büchereien und Arztpraxen vor.