GANDERKESEE - Glatte Straßen und große Schneehaufen entlang der Gehwege: Wenn Rene Jentzsch derzeit Pakete ausfährt, muss er diese widrigen Bedingungen einkalkulieren. „Bei diesem Wetter ist die Arbeit Stress“, gibt der Paketzusteller von UPS zu.

Seit zwölf Jahren verteilt der Achimer Pakete in Ganderkesee und den umliegenden Gemeinden. „So viel Schnee hatten wir in der ganzen Zeit noch nie“, ist er sich sicher. Dennoch: „Wenn man sich den Verhältnissen anpasst, ist es kein Problem“, findet Jentzsch. Das bestätigt auch Kadir Canakci, der seit zehn Jahren für die DHL Pakete in Ganderkesee zustellt: „Mit Vorsicht und Rücksicht geht das alles.“

Auch zugeschneite Straßenschilder und Hausnummern sind für beide nicht hinderlich. Sie kennen in ihrem Gebiet jedes Haus und jede Straße. Das gilt auch für die Zusteller der Citipost Delmenhorst/Ganderkesee, einer Schwestergesellschaft der Nordwest-Zeitung.

Tour dauert länger

„Für die Zusteller, die teilweise mit Fahrrädern unterwegs sind, bedeuten nicht geräumte Auffahrten und Bürgersteige, dass diese Strecken zu Fuß zurückgelegt werden müssen“, berichtet Geschäftsführerin Doris Bellack. Deshalb daure die Zustellung derzeit auch etwas länger. Dass das Ausliefern derzeit mehr Zeit braucht, bestätigen auch Canakci und Jentzsch.

Schwierig werde es, wenn die Post zu abgelegenen Häusern müsse, so Jentzsch. „Da verabredet man sich schon manchmal mit den Kunden an leichter zugänglichen Plätzen“, berichtet der 40-Jährige. Bei aller Vorsicht – einmal musste Jentzsch bereits zur Schaufel greifen. „Da habe ich die Situation unterschätzt und bin in tiefem Schnee gelandet“, schildert er. „Ich habe mir eine Schaufel geliehen und meinen Wagen wieder freigeschaufelt.“ Auch Canakci kennt Berichte von Kollegen, die sich schon festgefahren haben.

Parken schwieriger

Auch das Parken ist schwieriger: „Die Straßen sind durch die Schneemassen schon verengt, da ist es nicht leicht, zu parken, ohne ein Verkehrshindernis zu sein“, berichten die Zusteller. Wenn es ans Ausliefern geht, warten die nächsten Hindernisse. „Ich musste schon ein paar Mal durch den hohen Schnee zwischen Straße und Bürgersteig waten“, so Jentsch, da sei festes Schuhwerk schon angebracht.

Dennoch: „Schnee gehört zum Winter. Ich genieße den Anblick der weißen Landschaft“, sagt Canakci. „So schön die Winterlandschaft auch aussieht, im Sinne unserer Zusteller wünsche ich mir, dass der Schneefall vorbei ist“, schränkt Bellack ein.