Ganderkesee - Huch? Spaziert da ein Ganter durch den Ort?! – Manchem Passanten standen am Gründonnerstag die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Dabei wollte sich der gefiederte Kolumnist der NWZ doch nur ein wenig als „Osterhase“ betätigen und den Ganderkeseern mit Schokolade und bunt gefärbten Eiern eine kleine Freude bereiten – und dabei noch etwas über ihre Osterbräuche und -erinnerungen erfahren.
Mit prall gefülltem Körbchen zog er also in Richtung Wochenmarkt und sorgte vor allem bei den Kindern für Vorfreude aufs Fest. Dass Gernot mit den bunten Eiern genau den Geschmack der Ganderkeseer getroffen hatte, zeigte sich gleich in mehreren Gesprächen – denn die meisten mögen’s zu Ostern ganz traditionell, hat Gernot erfahren.
Kartoffelsalat mit weichgekochten Eiern gab es zum Beispiel bei Karin Riebold schon im Elternhaus. Das Eigelb musste dabei noch flüssig sein. „Das fanden wir immer toll!“, schwelgte die Ganderkeseerin in Erinnerungen. Heute gibt es bei ihr „gerne Lamm am Ostersonntag“ – bei gutem Wetter auch vom Grill.
„Ganz viele Eier“ gibt es auch bei Lotta zu Hause: „Wir gucken und legen die Eier dann in einen Korb. Die Eier hat der Osterhase versteckt“, erzählte die Vierjährige aus Hoyerswege. Allein ist sie dabei natürlich nicht: „Wir feiern ein Osterfest. Mit meinen Freundinnen, Cousinen und Cousins, und Oma und Opa kommen auch.“ Gemeinsam gehen alle spazieren – „einmal um den Pudding“, so Lotta.
Ohne Pudding, dafür mit Mandeln und mit zuvor in Rum eingelegten Rosinen backt Rainer Lietz aus Bookholzberg für seine Familie einen Osterzopf. Vorher wird aber auch er noch Eier für seine vier Enkelsöhne verstecken – „wenn es nicht regnet, natürlich im Garten“.
Das macht auch der Ganderkeseer Jürgen Stolle für seinen 21 Monate alten Enkel Johann. „Wir haben früher schon Eier im Garten versteckt“, erinnert er sich. Und die Oma hat einen Kuchen gebacken. Das übernehme heute seine Frau – Johanns Oma.
Gleich dreimal auf Eiersuche geht es bei Jutta Strube, die auf dem Wochenmarkt einen kleinen Käsestand betreibt. Sie mache erst alles „osterfein“ und verstecke dann Eier und Süßes für Enkel Ben (9), erzählt die Bremerin. Wenn er – meistens in Windeseile – alles gefunden habe, verstecke sie mit Ben die Eier für Tochter Nora (30). „Und in der dritten Runde verstecken die beiden noch etwas für mich.“ Während der Suche gibt es bei Jutta Strube Milchkaffee und Osterzopf.
Auch Brigitte Maß verbringt Ostern mit ihren erwachsenen Kindern. „Sie kommen immer zum Mittag“, erzählt die Ganderkeseerin.
Weniger an leibliche Genüsse denn an geistliche denkt Rike Hollmann bei der Frage nach ihren persönlichen Osterbräuchen. „Für mich ist nicht Ostern, wenn ich nicht in der Osternacht war“, sagt die Ganderkeseerin. „Erst in die Kirche, und danach den Sonnenaufgang anschauen“, beschreibt sie ihr Osterritual.

