Ganderkesee/Bookholzberg - Die aktuelle, 26. Auflage des gedruckten Dudens kennt es noch nicht, doch spätestens seit der Oscar-Verleihung Anfang März ist es auch denjenigen ein Begriff, die soziale Netzwerke meiden: das Selfie. Das Selbstporträt, das die US-amerikanische Moderatorin Ellen DeGeneres in launiger Pose zusammen mit Bradley Cooper, Meryl Streep, Brad Pitt und weiteren Stars zeigt, ging auch in der gedruckten Version um die Welt. Im sozialen Netzwerk Twitter avancierte das Oscar-Selfie zum meistverbreiteten Foto aller Zeiten.

Auch aus der Kabine der – fast noch schweißnassen – deutschen WM-Helden drang nach dem gewonnenen Finale in Brasilien mehr als nur ein Selfie an die Öffentlichkeit. Auf mehreren dieser Selbstporträts zu sehen neben Müller, Schweinsteiger und deren Teamkollegen: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Keine Frage – das Selfie ist kein Teenie-Phänomen mehr. Räumlich gibt es ebenfalls keine Grenzen; einzig die mobile Internetverbindung muss stehen.

Auch Ganderkesee hat der Trend längst erreicht. Von Faschingsprinz Timo I. (Vetter) etwa existieren bei Facebook nicht wenige Fotos, die die Tollität zusammen mit mehr oder weniger prominenten Zeitgenossen eine Armeslänge von der Kameralinse entfernt zeigen.

Ganz und gar ohne bekannte Gesichter kommt hingegen die neue Sommerserie der NWZ  aus. Sie zeigt Menschen aus der Gemeinde Ganderkesee an ihren Lieblingsplätzen – so wie David Perkunic. Der 18-Jährige kam früher schon gerne und oft ins Jugendzentrum Kaffeepott in Bookholzberg. „Hier ist immer eine schöne Atmosphäre. Das fand ich schon immer cool“, sagt der 18-Jährige. Der Kaffeepott sei eben ein guter Ort zum „Chillen“.

Heute ist Perkunic sogar jeden Tag an seinem Lieblingsort: Seit einem halben Jahr absolviert der Fachoberschüler dort sein Pflichtpraktikum. Mit Beginn der Sommerferien wird er es abschließen. Dann kommt noch das zwölfte Schuljahr, und auch die Schulkarriere ist beendet.

Und wie geht’s dann weiter? „Hier im Kaffeepott zu arbeiten, wär’ natürlich klasse. Aber vielleicht studiere ich auch an einer Fachhochschule. Wie genau es weitergeht, weiß ich noch nicht“, sagt David. Dass er mit seinem Praktikum im Kaffeepott für sich das große Los gezogen hat, merkt er vor allem an einer Sache: „Ich bin wirklich gerne hier. Wer kann schon von sich behaupten, dass er sich freut, zur Arbeit gehen zu dürfen?“Ob es der Arbeitsplatz ist, der Sportverein, ein Ausflugziel oder der Urlaubsort: Die NWZ -Redaktion freut sich auf möglichst viele Sommer-Selfies der Ganderkeseer an ihren Lieblingsplätzen!

Wann genau die 27. Auflage des Dudens erscheint, vermag die Redaktion in Berlin derzeit noch nicht zu sagen. Die Chancen für die Aufnahme des „Selfie“ in das Standardwerk stünden aber sehr gut, teilte Pressesprecherin Dr. Nicole Weiffen auf NWZ -Nachfrage mit.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee