Brake - Noch einmal setzen die Shantychöre aus Brake, Elsfleth, Hemmoor und Bodenfelde zum Singen an. Ein letztes Lied wollen sie gemeinsam singen. Den ganzen Sonntagnachmittag hatten die vier Chöre ihr Können eindrucksvoll im fast restlos gefüllten Festzelt unter Beweis gestellt. Um 18 Uhr verklingen die letzten Töne der Shantychöre, die Gastgeschenke sind überreicht und die ersten Traditionsschiffe verlassen den Binnenhafen. Die Besucher machen sich auf den Weg nach Hause, die NWZ -Arche hat ihren Mast bekommen, das Binnenhafenfest ist vorbei.
Die Organisatoren, der Braker Shantychor Bootsmannkaffee, zeigten sich mit dem sonntäglichen Höhepunkt zufrieden. Zahllose Menschen lauschten den Liedern vom Meer und von der Liebe und bei den besonders bekannten Liedern wurde auch mal mitgesungen. Auch Tina Wulf vom Brake-Verein war am Sonntagnachmittag zufrieden. „Sonnabend war es tagsüber zwar etwas ruhiger, aber das hat der Sonntag mehr als wieder eingeholt.“
Hinter Tina Wulf und ihrem Team stecken arbeitsreiche Monate, die im Binnenhafenfest mündeten. „Jetzt geht es wieder weiter“, sagt Wulfs Kollegin Svea Hanssen. „Wir fangen quasi jetzt schon wieder an, das nächste Binnenhafenfest zu planen.“
Wenn es denn ein nächstes Binnenhafenfest gibt. Die Haushaltskürzungen der Stadt haben auch ein Fragezeichen hinter das Hafenfest gesetzt. „Wir suchen aktuell nach strategischen Partnern, damit das Fest auch nächstes Jahr stattfinden kann“, so Wulf.
Auch Karl-Heinz von Thülen vom Shantychor Bootsmannkaffee hofft, dass es 2016 wieder ein Binnenhafenfest geben wird. „Wir wollen ein internationales Shantyfestival veranstalten“, so von Thülen. Erste Zusagen aus Norwegen und die Genehmigung der International Shanty and Seasong Association (ISSA) lägen schon vor.
Die ungewisse Zukunft trübte die Stimmung am Wochenende allerdings nicht. „Es wird hier wirklich viel geboten und es ist so schön familiär“, fasst der Braker Sven Jaschinski den Charme des Binnenhafenfestes zusammen.
„Es ist einfach klasse, wie viele Menschen man kennenlernt und in Brake wird man immer super aufgenommen“, erzählt Uwe Herbst aus Bremen. Seit 23 Jahren ist er stolzer Besitzer der 103 Jahre alten Motorbarkasse „Bracki“. Seit fünf Jahren fährt er schon zum Binnenhafenfest in Brake und öffnet sein kleines Reich an Bord für Besucher.
Eigentlich ist Uwe Herbst gelernter Schlachter, die berufliche Seefahrt hat er schon nach zehn Monaten wieder bleiben gelassen. „Aber meine Liebe zu Schiffen und zur See ist irgendwie geblieben“, schmunzelt der Kapitän der Bracki.
