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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Literatur: Garantiert mit Geheimgängen

16.05.2013

Köln Die zweite Kanne Tee wird um halb zwölf in der Nacht gekocht. Bis dahin waren 150 Seiten des neuen Thrillers von Dan Brown geschafft – und Held Robert Langdon hatte die ersten Angriffe auf sein Leben glücklich überstanden. Hilfe beim Überleben bekam der amerikanische Geschichtsprofessor mit einer Vorliebe für englische Maßanzüge von einer selbstverständlich hübschen und höchst intelligenten Ärztin, deren Geheimnisse sich zu Beginn des Buches erst andeuten.

Mehrere Jahre hat das Warten auf Robert Langdon gedauert – Grund genug, eine lange Lese-Nacht einzulegen, nachdem die täglichen Pflichten erledigt waren. Diesmal geht es nach Florenz. Nach Rom, Genf, Paris, London und Washington hat Robert Langdon seine treuen Leser in den vergangenen Jahren mitgenommen. In den drei Vorgänger-Romanen überstand er tödliche Vatikan-Intrigen, deckte später das Liebesverhältnis zwischen Jesus und Maria Magdalena auf und musste sich gegen die Macht der Freimaurer in den USA zur Wehr setzen. Markenzeichen war dabei jeweils sehr genauer Lokalkolorit sowie verblüffend originelle Neu- und Umdeutungen weltbekannter Kunstwerke.

Diesmal also Florenz. Die Stadt Dantes, der mit der „Göttlichen Komödie“ ein Werk der Weltliteratur schuf, von dem viele gehört, das aber nur wenige wirklich gelesen haben. Wir tauchen ein in eine Stadt voller Kunstschätze, voller Baudenkmäler, Paläste, Prunkgärten.

Und mit dem Tausendsassa Robert Langdon lernen wir natürlich auch die geheimen Ecken kennen, die den normalen Touristen selbstverständlich verborgen bleiben. Immer wenn es ganz eng wird und eigentlich keine Rettung in Sicht ist, taucht nämlich plötzlich ein Geheimgang auf, lässt sich noch ein Durchschlupf im scheinbar unüberwindlichen Mauerwerk finden, erinnert sich der Professor mit dem erstaunlichen Wissen an ein literarisches Zitat, das dem Helden aus der Klemme hilft.

Mit Robert Langdon unterwegs zu sein, bedeutet privilegiert zu sein, denn selbstverständlich hat er nicht nur in der Welt der Wissenschaft beste Kontakte und Freunde, die ihm manchmal weiterhelfen, die sich aber auch manchmal als falsche Freunde entpuppen. Robert Langdon zu begleiten, bedeutet auch, nahezu ständig mit höchster Gefahr konfrontiert zu sein, ständig bedroht von mächtigen Feinden. Auch diesmal hat es der Einzelkämpfer-Professor wieder mit mächtigsten Gegnern zu tun. Keine Technik, die den Bösen nicht zur Verfügung stünde, kein Mittel, vor dem sie zurückschrecken.

Wieder steht viel auf dem Spiel. Eine Bedrohung der Menschheit muss abgewendet werden. Nach dem perfiden Plan eines steinreichen Genies soll es zu einer globalen Katastrophe kommen, weil das Überleben der menschlichen Rasse nur dann gesichert werden könne, wenn ein Drittel der Menschheit geopfert werde. Gemeinsam mit Langdon erkennen wir, in welchem Zusammenhang die aktuelle Bedrohung zum „Inferno“ in Dantes Komödie steht.

Dan Brown hat mit „Inferno“ wieder solide Kost abgeliefert. Der Roman ist schon jetzt ein Welterfolg, wird aber nie Weltliteratur sein. Die Strickmuster der erfolgreichen Langdon-Geschichten bleiben selbstverständlich unverändert, und auch an den Zutatenklischees wird nicht herumexperimentiert.

Die große Dan-Brown-Fangemeinde nimmt das nicht übel. Sie bewegt sich auf vertrautem Fundament, genießt die Ausflüge zu attraktiven Orten, lässt sich gern zu neuen Blicken auf Kunst und Kultur des Mittelalters verleiten.

Um zwei Uhr sind wir noch 345 Seiten vom – hoffentlich – guten Ende entfernt. Die Rettung der Welt muss warten.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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