Garrel - Zweimal im Jahr, einmal im Sommer und einmal in der Adventszeit, hat Brigitte Looschen eine besondere Aufgabe: Sie verschickt Post an alle in der Gemeinde Garrel geborenen Geistlichen und Ordensschwestern. Aktuell sind es 40 Priester und Schwestern.

Entstanden ist der „Brief aus Garrel“ im früheren Missionsausschuss des Pfarrgemeinderates. Der hatte sich den Kontakt zu den Ordensleuten und Priestern aus Garrel als Aufgabe gesetzt. Aus den anfänglichen Weihnachtsgrüßen wurde im Laufe der Zeit immer mehr. Es gab einen Jahresrückblick, der über wichtige Ereignisse in der Heimatgemeinde informierte. Kirchliche Veranstaltungen standen zwar im Vordergrund, es gab aber auch wichtige Hinweise auf andere Veranstaltungen. Da wurde der Brief schon mal bis zu vier Seiten lang.

Der „Sommerbrief“, der jetzt abgeschickt wurde, ist begründet im „Dörpblatt“ des Garreler Heimatvereins. Als die erste Ausgabe erschienen war, fragte Brigitte Looschen beim Heimatverein Garrel an, ob er nicht die Exemplare für den Versand zur Verfügung stellen könne. Die Zusage wurde sofort gegeben, seitdem freuen sich die Empfänger auf zwei Briefe aus Garrel.

Jetzt im Sommer wird nur das Dörpblatt verschickt. Kurz vor Weihnachten ist die Post umfänglicher. Dann wird neben dem Dörpblatt auch der Weihnachtspfarrbrief und der „Garreler“, eine Werbebroschüre des Handels- und Gewerbevereins (HGV) beigelegt. Dazu gibt es einen Brief mit besonderen Grüßen aus der Heimat von Brigitte Looschen und den Weihnachtsgruß von Pfarrer Paul Horst.

Die Post aus Garrel wird weltweit verschickt. Bis zur Fusion zur Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist im Jahr 2004 erhielten die Geistlichen und Ordensschwestern aus dem Bereich der Pfarrei St. Peter und Paul den Brief. Nach der Fusion wurde der Adressatenkreis auf die anderen Gemeindeteile ausgeweitet.

Die meisten Empfänger leben zwar in Deutschland. Post bekommt aber auch Pater Josef Wiese, der auf der indonesischen Insel Flores lebt, zwei Ordensschwestern in Südafrika und eine in Chile. Unter den Empfängern ist auch der frühere Pfarrer Alfons Diekmann, in dessen Zeit als Pfarrer die Idee der Weihnachtspost geboren wurde.

Auf der Adressenliste steht auch ein Bischof: Heinrich Timmerevers, Bischof von Dresden-Meißen. Der gebürtige Nikolausdorfer bekommt seit der Gemeindefusion Post von Brigitte Looschen.

Sie ist die Vorsitzende der Frauen-MC Garrel. Die Frauengemeinschaft zahlt das Porto für den „Brief aus Garrel“. Der ist bei den Schwestern und Priestern sehr willkommen, sind sie durch ihn doch gut über die Heimatgemeinde informiert und so wissen sie zudem, dass sie nicht vergessen werden. Regelmäßig bekommt die MC-Vorsitzende Dankesbriefe – auch aus Südafrika und Chile.