Bösel - Mit Willem Tjebbe Oostenbrink aus dem niederländischen Groningen erhält erstmals ein ausländischer Autor den Borsla-Preis. Die Jury der Böseler Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur hatte aus rund 20 Einsendungen den diesjährigen Preisträger ermittelt.

Mit dem mit 3000 Euro dotierten Borsla-Preis wird der niederländische Dichter für seinen Gedichtzyklus „Tussen tied en stroom“ („Zwischen Zeit und Strom“), das in einer Mundart vom Westerquartier, einer Landschaft im Westen der Provinz Groningen in den Niederlanden, geschrieben ist, ausgezeichnet. Übersetzt hatte den Gedichtzyklus Carl-Heinz Dirks aus Emden.

Der Form nach habe Oostenbrink eine moderne Versform gewählt, zwar in Strophen abgeteilt, aber ohne Reime, informierte die Jury für den Borsla-Preis. Inhaltlich erhebt der Gedichtzyklus „eine Klage über den nicht zu hemmenden Strom der Zeit und den Werteverfall in der Neuzeit“, so die Jury, die wie im vergangenen Jahr Günther Kühn, Professor Dr. Hermann Gelhaus, Professor Dr. Eberhard Ockel und Erhard Brüchert bildete.

Der 51-jährige Autor, der hauptberuflich für verschiedene Umweltorganisationen in Mittel- und Osteuropa tätig ist, veröffentlicht regelmäßig niederdeutsche Texte in Groninger Zeitschriften und hat bereits Gedichte in mehreren Büchern publiziert. Für seinen Gedicht-Zyklus „Wotterpoëzie“ (Wasserpoesie) erhielt er 2010 den Förderpreis der Deutschen Freudenthal-Gesellschaft für Niederdeutsche Literatur. Zudem erreichte er den zweiten Platz des Klaus-Groth-Preises für Niederdeutsche Lyrik 2011 mit dem Zyklus „Bewarkt verleden“ (Bewältigte Vergangenheit). Der Borsla-Preis wird an den niederländischen Autoren überreicht am Sonnabend, 8. November, 19 Uhr im Böseler Heimathaus. Die Laudatio hält Universitäts-Professor Dr. Hermann Gelhaus. Festredner der Veranstaltung ist der gebürtige Böseler und Domprobst Kurt Schulte.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)