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Auszeichnung Gefecht bei den Golden Globes

Barbara Munker

Los Angeles - Ganze 30-mal ist Meryl Streep für einen Golden Globe nominiert worden, achtmal hat sie ihn gewonnen. Drei ihrer 19 Oscar-Nominierungen hat sie abgeräumt und Dutzende weitere Preise mit nach Hause genommen. Längst ist die 67-Jährige, die als eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation gilt, eine Art Sprachrohr und moralische Instanz Hollywoods. Auch im Namen der Filmbranche hat sie nun mit Donald Trump den Kampf aufgenommen – weniger als zwei Wochen vor dessen Vereidigung als Präsident der Vereinigten Staaten.

Eindringliches Plädoyer

Selbst die sanften Melodien der Musical-Romanze „La La Land“, dem Gewinner des Abends, konnten Streeps harte Töne bei der Verleihung nicht dämpfen. Dass der Film die Trophäen-Show mit charmanter Nostalgie in längst vergangene Hollywoodzeiten entführte, schien am Morgen nach der Gala nur noch Nebensache. Denn Trump schoss auf seinem Lieblingsmedium Twitter zurück. Streep hatte beeindruckt.

In der Nacht zu Montag nahm sie den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk entgegen. Doch statt einer Dankesrede hielt sie ein leidenschaftliches Plädoyer gegen den künftigen US-Präsidenten. „Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“, warnte die bekennende Demokratin und spielte auf eine Wahlkampfrede an, bei der Trump mit zuckenden Armbewegungen einen körperlich behinderten Journalisten nachzuäffen schien.

          Das gebe anderen Menschen vermeintlich die Erlaubnis, dasselbe zu tun: „Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt.“

Viele Gäste waren sichtlich gerührt. Alle im Saal zählten zu den von Trump verunglimpften Gesellschaftsgruppen – Ausländer, Hollywood und Journalisten, betonte Streep. Trump solle sich hüten, Ausländer und Außenseiter hinauszuwerfen. Dann gäbe es nichts mehr zu schauen außer Football und Kampfkünste, „und das ist keine Kunst“.

Der für seine Twitter-Tiraden bekannte Trump ließ das nicht auf sich sitzen. Streep sei eine „der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood“, schrieb er. Sie sei eine „Dienerin“ seiner früheren Rivalin Hillary Clinton, die „in großem Stil verloren“ habe. Den Vorwurf, den körperlich behinderten Serge Kovaleski nachgeäfft zu haben, wies er zurück.

Ohne „Toni Erdmann“

Mancher Film-Fan mag sich in diesem Schlagabtausch in die Nostalgie aus „La La Land“ zurückgesehnt haben, der filmischen Sensation des Abends: Das romantische Musical legte einen Höhenflug hin, wie es kein anderer Film in der 74-jährigen Globe-Geschichte geschafft hat. Das Werk des Regisseurs und Drehbuchautors Damien Chazelle (31) gewann sieben Hauptpreise, darunter in der Kategorie „beste Komödie/Musical“ und mit seinen singenden und tanzenden Hauptdarstellern Emma Stone und Ryan Gosling. Nie zuvor wurde ein einzelner Film mit so vielen Golden Globes ausgezeichnet.

Den Hauptpreis für das beste Filmdrama holte das Independent-Drama „Moonlight“ des afroamerikanischen Regisseurs Barry Jenkins mit einer überwiegend schwarzen Besetzung. Die Afroamerikanerin Viola Davis gewann den Nebenrollen-Globe für ihren Auftritt in dem 50er-Jahre-Drama „Fences“ über einen schwarzen Arbeiter.

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert wurde für ihre Rolle im Vergewaltigungsdrama „Elle“ als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Die Ehrung für den besten Drama-Darsteller ging an Casey Affleck für seine Leistung in „Manchester by the Sea“. „Zoomania“ gewann als bester Animationsfilm.

Die Hoffnungen für die deutsche Tragikomödie „Toni Erdmann“ von Maren Ade wurden indes enttäuscht. Den Preis in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“ holte „Elle“ von Regisseur Paul Verhoeven nach Frankreich.

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