GEHLENBERG/ANKARA - Die achttägige Reise an die türkische Ägäis wird der 51-Jährige so schnell nicht vergessen. „Das war ein echter Reinfall“, meint der Gehlenberger.

Von Hans-Carl Bokelmann

GEHLENBERG/ANKARA - „Wenn ich das alles vorher gewusst hätte, dann hätte ich ganz normal in einem Reisebüro gebucht.“ Wilfried Luker sitzt in der NWZ -Redaktion an der Moorstraße und ärgert sich. Der Maurer, den man eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe bringen kann, fasst einen Reisegewinn wie folgt zusammen: „Der Urlaub wurde zur Werbefahrt.“

Rückblick: Im Januar erhält Luker Post vom Bertelsmann-Club, bei dem er seit fast 30 Jahren Mitglied ist. Luker wird in ein Friesoyther Lokal zu einem Essen mit Freigetränk geladen, bei dem zudem attraktive Reisen verlost werden. Und Luker gehört wie Dutzende andere, die ins Lokal gekommen sind, zu den Gewinnern, die eine Türkei-Reise anstelle für 699 Euro für 499 Euro buchen können. Bei einer Vertragsunterzeichnung auf der Stelle wird den Reisegewinnern noch einmal ein Rabatt von 50 Euro eingeräumt.

„Da kann man ja eigentlich nichts falsch machen“, dachte sich der Gehlenberger und unterzeichnete den Vertrag. Am 5. Oktober war es dann endlich so weit. Von Bremen aus ging es per Flugzeug in die Türkei. „Wir kamen nachts um 2 Uhr an, und gegen 6 Uhr ging es weiter ins Hotel. Wenig später wiederholte sich die Sache mit dem so attraktiven Reise-Gewinnspiel. Das Ziel für 2006: Sardinien – und zwar zu einem überaus günstigen Preis“, erläutert Luker, der dieses Mal aber nicht mitmachen will.

Er berichtet in der NWZ -Redaktion, dass die Türkei-Reisenden regelrecht unter Druck gesetzt wurden, die Sardinien-Reise zu buchen. „Die gesamte Türkei-Reise erhielt danach einen bitteren Beigeschmack. Diejeinigen, die die Sardinien-Reise gebucht hatten, wurden bevorzugt behandelt. Diejenigen, die nicht buchen wollten, wurden von der Reiseleitung regelrecht geschnitten“, sagt Luker. Er ärgert sich darüber, dass der Bertelsmann-Club sich auf ein solches Niveau mit der Hit-Reiseclub GmbH eingelassen hat. „So etwas wird mir so schnell nicht wieder passieren“, fasst Luker zusammen. „Der vermeintliche Vorteil geriet zum Nachteil. Die Reise wurde im Nachhinein auch noch richtig teuer, weil ein All-Inclusive-Angebot nicht zu buchen war.“

Der Hit-Reiseclub wollte sich auf Anfrage der NWZ zur genannten Türkei-Reise nicht äußern. „Presseauskünfte werden nur schriftlich erteilt, von der Geschäftsführung.“ Und auch bei Bertelsmann war man gegenüber der NWZ nicht besonders auskunftsfreudig. „Beschwerden müssen schriftlich eingereicht werden“, hieß es. Diesen Weg will Wilfried Luker jetzt einschlagen.