GEHLENBERG - GEHLENBERG - „Eine Karaoke-Maschine mit 3000 Liedern im Repertoire soll in britischen Kirchengemeinden dem Organistenmangel trotzen“, berichtete die NWZ am 28. April. In der Pfarrgemeinde St. Prosper Gehlenberg besteht diese Gefahr glücklicherweise vorerst nicht. Derzeit kann die Gemeinde auf drei versierte Organisten zurückgreifen.

Seit mehr als 30 Jahren begleitet Heinz Wübben Woche für Woche, an Sonn- und Feiertagen und zu vielen kirchlichen Anlässen den Gemeindegesang mit der Orgel. Der gebürtige Lathener erwarb sich Grundkenntnisse im Orgelspiel am Maristengymnasium in Meppen. Da ihn die Musik begeisterte, vertiefte er seine Kenntnisse und blieb dabei. Auch Tanzmusik spielte Heinz Wübben viele Jahre und kam über die Band „Tornados“ nach Gehlenberg, wo er seine Ehefrau Maria kennen lernte. Obwohl beide in Friesoythe wohnen und er auch in der dortigen Gemeinde als Aushilfsorganist und Kommunionhelfer tätig ist, bleibt er der Gehlenberger Pfarrgemeinde treu.

Eines Sonntags kam etwas Abwechslung in die gewohnten Rituale, erzählt Heinz Wübben, denn er habe das Schlusslied nicht angezeigt. Die Gemeinde wartete und Pfarrer Heinz Dunker fragte: „Wollen wir jetzt das Schlusslied singen, Heinz?“ Gegenfrage seinerseits: „Darf ich ein anderes Lied spielen?“ „Aber warum denn?“, so der Kommentar des Pfarrers. „Weil sie heute Geburtstag haben“, hallte es vom Orgelboden durch die Kirche. So sang die Gemeinde mit Orgelbegleitung „Zum Geburtstag viel Glück“ für Pfarrer Dunker.

Als Nachwuchs aus der eigenen Gemeinde ist Andrea Schrand seit 1989 ebenfalls als Organistin für die Pfarrgemeinde tätig. Schon als Kind zeigte sie Interesse an verschiedenen Musikinstrumenten und lernte Flöte, Querflöte und Akkordeon. Nach einem Aufruf der Kirchengemeinde nahm sie ab1986 Orgelunterricht. Mit großer Freude übte sie Kirchenchoräle und klassische Werke von Bach oder Reger und begann ebenfalls das Klavierspiel. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Lehramtsstudium an der Uni Oldenburg mit den Fächern Musik und Geschichte und machte so ihr Hobby zum Beruf. Während des Studiums erlernte sie das Geigenspiel und legte auch die C-Prüfung für Kirchenmusiker ab. „Mir macht das Spielen der Orgel und auch anderer Instrumente sehr viel Freude“, erzählt die begeisterte Musikerin. In der Pfarrgemeinde ist sie neben ihrem Amt als Organistin noch als Mitglied der Schola und als Firmkatechetin aktiv. In ihrer Freizeit musiziert sie gern gemeinsam mit ihrem Ehemann Hubert und singt mit

der einundzwanzig Monate alten Tochter Julia.

Der Gehlenberger Hans Budde erlernte das Orgelspiel ebenfalls schon früh und begann bereits mit 15 Jahren als Aushilfe in der Pfarrgemeinde St. Johannes Hilkenbrook. Als in St. Prosper im Jahre 1976 die neue Fleiter-Orgel aufgebaut wurde, trat er bis 1986 als Organist in den Dienst der Pfarrgemeinde Gehlenberg. Nebenberuflich spielte der Tischlermeister auch 25 Jahre lang in einer Tanzband. Seit geraumer Zeit übernimmt er vertretungsweise wieder die musikalische Gestaltung der Gottesdienste an der Orgel, der Königin aller Instrumente, gemäß dem Brief des Heiligen Apostels Paulus an die Kolosser (Kol 3,16): „Das Wort Christi wohne reichlich in euch: in aller Weisheit belehrt und ermahnt einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern und singt Gott voll Dankbarkeit in euren Herzen!“