Bethen - Für eine voll besetzte Bether Basilika haben jetzt der Kammerchor an der Basilika und das Cloppenburger Ensemble Klangkunst mit einem geistlichen Konzert gesorgt. Auf dem Programm standen Werke von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi, zwei exponierten Vertretern des späten musikalischen Barocks. Die Leitung hatte der Bether Kirchenmusiker und Chorleiter Christian Kienel.
Zunächst erklang die Choralkantate für den Ostersonntag „Christ lag in Todesbanden“ BWV 4 von J. S. Bach für Soli, Chor und Orchester. Nach der wohlklingend intonierten instrumentalen Sinfonia folgte vom Kammerchor transparent vorgetragen die erste Strophe des bekannten evangelischen Osterchorals, wobei sich das Ensemble Klangkunst als guter Begleiter präsentierte. Bach hat dieses Kirchenlied mit seinen sieben Strophen, das auf Martin Luthers Übersetzung des Osterhymnusʼ „Victimae paschali laudes“ und den von ihm herangezogenen Choral „Christ ist erstanden“ zurückgeht, entsprechend gegliedert und jeweils eine andere Besetzung gewählt.
Sigrid Buschenlange (Sopran), Anna-Lena Kaschubowski (Mezzosopran bzw. Alt), Richard Mauersberger (Tenor) und Max Ehlert (Bass) überzeugten in ihren Gesangspartien durch ausdrucksbetonten Vortrag aufgrund akzentuierter Deklamation gemäß der darzustellenden Affekte. Die hervorragende gestalterische Flexibilität des Kammerchores war gepaart mit einem homogenen Klangbild.
Im zweiten Teil dieses ansprechenden Kirchenkonzertes wurde das Gloria für Soli, Chor und Orchester RV 589 von Antonio Vivaldi, dem venezianischen Zeitgenossen J. S. Bachs, zu Gehör gebracht. Wie in der zuvor erklungenen Bach-Kantate gliedert sich der vertonte Gloria-Text in verschiedene Teile, elf an der Zahl, einschließlich unterschiedlicher Besetzungen.
Während in der vorangegangenen Bach-Kantate mehr das Erhabene im Vordergrund stand, stellt sich Vivaldis Gloria als leicht wehender Jubilus dar. Gemäß der venezianischen Musiktradition seit der großen europäischen Stilwende um 1600 tauchen auch in diesem Werk viele Elemente jener musikalischen Reformepoche in weit fortgeschrittener Weise auf. Das Leichte wie Luftige, das dieser Musik innewohnt, verstanden der Kammerchor an der Basilika und das Ensemble Klangkunst vorzüglich darzustellen.
Auch Sigrid Buschenlange und Anna-Lena Kaschubowski folgten dieser Intention in ihren Gesangsbeiträgen, wobei sie sehr ansprechend die musikalischen Affekte zum Ausdruck brachten. In den Chorpartien war noch etwas von jenem flächenhaften Klang mit monodischem Einschlag aus der Frühzeit jener Stilwende zu vernehmen. Ebenso war das dieser Musik entsprechende konzertante Moment stets präsent.
