Wardenburg - Mit voller Wucht traf der Taifun „Haiyan“ im November die zentralen Inseln der Philippinen und sorgte für verheerende Schäden. Tausende Menschen starben, Hunderttausende verloren ihre Bleibe und Habe. Sie stehen vor dem Nichts.
Den Notleidenden zu helfen, dazu will auch die IGS Am Everkamp in Wardenburg ihren Beitrag leisten: mit einer großen Spendenaktion, in die sämtliche rund 480 Schülerinnen und Schüler einbezogen waren. Bei einem „Weihnachtsforum“ stellten die verschiedenen Jahrgänge am Freitag wie üblich vor den Ferien vor, was sie im vergangenen Quartal im Unterricht erarbeitet hatten – diesmal freilich hatte die Präsentation zugleich einen humanitären Aspekt: Die Schülerinnen und Schüler hatten in den Vorwochen vielfältige Ideen entwickelt, wie sie Spenden für die Wirbelsturmopfer auf den Philippinen sammeln könnten.
Und so wartete im Schulgebäude ein breites Angebot für den guten Zweck: Da konnten etwa Sterne, Karten, Engelsbilder, Linoldrucke, Schmuck, Kaminengel oder Windlichter aus alten Tetrapacks erstanden werden, die die verschiedenen Klassen und Arbeitsgemeinschaften hergestellt hatten; es lockten leckere selbst gebackene Kekse oder auch unzählige gespendeter Kuchen und Crêpes in der Cafeteria. Der 7. Jahrgang begleitete das muntere Adventsmarkttreiben in der Aula mit Buchvorstellungen und kleinen Lesungen von Fantasy bis Klassiker; der 6. Jahrgang zeigte, wie das Unterrichtsthema „Rom“ mal anders umgesetzt werden kann – ob mit einem Spiel zur Varusschlacht mit Wissensquiz oder einer Kostümierung als Patrizierin und Sklavin im alten Rom. Viel Applaus gab’s auch für die Theater-AG mit ihrem Stück „Winnetou VI“, das den moderne Kommunikationsmedien-Wahn aufs Korn nahm.
Rundum zufrieden war Schulleiter Gernot Schmaeck aber nicht nur mit dem Engagement der Schülerschaft, sondern auch mit der großen Zahl an Eltern, die den Weg in die Schule gefunden hatten: „Eine schöne Aktion.“
Entsprechend rasch füllte sich auch das Spendensäckel. 350 Euro waren bereits im Vorfeld zusammengekommen durch einen Kuchenverkauf des 8. Jahrgangs sowie durch kleine Dienstleistungen, die Schüler aller Jahrgänge bei Nachbarn und Verwandten angeboten hatten. So hatte etwa Sechstklässlerin Alina Kekse gebacken, Klassenkameradin Lena den Garten geharkt; andere gingen mit Hunden Gassi oder harkten Laub. „Es macht auch Spaß. Man macht es mit einem guten Gefühl, weil man weiß, man spendet“, erklärte Fünftklässler Keno die besondere Motivation.
Beim Weihnachtsforum am Freitag wurden dann alle Erwartungen übertroffen: „Sensationell“, bescheinigte Katharina Muhle beim Blick auf das ansteigende Spendenbarometer, das in der Aula eine Übersicht bot. Insgesamt gut 850 Euro hatten die Helfer gezählt, da war die Aktion noch nicht beendet. Zwar sind noch einige Materialkosten zu bestreiten, gleichwohl dürfte eine stolze Summe für die gute Sache zusammengekommen sein. Nach den Weihnachtsferien soll der Erlös an die Katastrophenhilfe des Rotes Kreuzes gehen für Hilfsaktionen auf den Philippinen, wie Schulleiter Schmaeck ankündigte.
