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GESCHICHTE IGS Schüler würdigen Nazi-Gegner

Ergebnisse einer Spurensuche

Die Ausstellung

„Oldenburg im Nationalsozialismus“ ist zu den Öffnungszeiten der Schule im Forum der Helene-Lange-Schule zu sehen. Sie dokumentiert an mehreren Stellwänden anhand von Zeitungsartikeln, Fotos und Dokumenten das Schicksal der Oldenburger Opfer und Widerständler. Sie nennt Orte und Daten nationalistischer Gewalt und berichtet über die Erinnerungen der Zeitzeugin Lotte Janssen (81).

Ein Film

über die Widerständler, Stätten des Terrors und der Zwangsarbeit in und um Oldenburg ergänzt die Ausstellung. Er dauert zwanzig Minuten.

Eine Broschüre

mit dem Titel „Widerstand im Nationalsozialismus“ erläutert die gleichnamige Wanderausstellung, die seit einigen Tagen ebenfalls im Forum der Schule hängt. Das Heft zeichnet die Geschichte des Widerstands schülergerecht nach.

Das Schülerprojekt ergänzt die Wanderausstellung „Widerstand im Nationalsozialismus“. Schuldezernent Martin Schumacher erinnert an Oldenburgs dunkle Vergangenheit.

Von Kristian klooß

Eversten Ein 20-minütiger Film, eine 33-seitige Broschüre und eine Ausstellung: das sind die Ergebnisse des Projekts „Widerstand im Nationalsozialismus“, die am Donnerstag von den rund zwanzig beteiligten Schülern im Forum der Helene-Lange-Schule präsentiert wurden.

In seiner Rede zur Ausstellungseröffnung erinnerte der Oldenburger Dezernent für Schule und Kultur, Martin Schumacher, die Gäste im voll besetzten Schulforum an die Rolle Oldenburgs im Nationalsozialismus. „Von Oldenburg ging damals ein verhängnisvolles Signal aus“, sagte Schumacher. Denn schon 1932 habe die NSDAP mit mehr als 48 Prozent Stimmanteil eine absolute Mehrheit im Land Oldenburg erlangt. „Doch nicht alle Menschen waren damals verführbar“, so Schumacher. „Und diese Menschen sollten wir uns zum Vorbild nehmen.“

Wer diese Vorbilder waren, wo sie lebten, wirkten und wo noch heute Spuren von ihnen künden, haben die Schüler des Wahlpflichtkurses „Oldenburg im Nationalsozialismus“ und einer parallelen AG seit April recherchiert. „Ich war erstaunt, wie viel Mut die Widerständler damals hatten“, sagte der 15-jährige Jonas Wiegert. Gemeinsam mit sieben Mitschülern hat er im vergangenen Schuljahr eine Broschüre über den „Widerstand im Nationalsozialismus“ erstellt. „Für dieses Heft haben wir auch einige Bücher über Widerständler gelesen“, sagte der Zehntklässler.

Viel Lob ernteten die Schüler, die von der Historikerin Dr. Petra Schönemann-Behrens betreut wurden, auch für die Recherche und Umsetzung einer 20-minütigen Filmdokumentation. Sie thematisiert die Verbrechen der Nazis und die Widerstandsbewegung in Oldenburg. Die Dokumentation wurde auf Großbildleinwand gezeigt. „Dass soviel in Oldenburg stattfand, das wusste ich vorher nicht“, sagte die an dem Videoprojekt beteiligte Mylene Streit. Die Aufarbeitung der braunen Vergangenheit Oldenburgs habe ihr viel gebracht. „Wer sich nur ein wenig für sowas interessiert, der sollte bei so einem Projekt mitmachen“, sagte die 15-Jährige.

In den nächsten Wochen werden auch die Stellwände präsentiert, die von den Schülern neben dem Filmprojekt geschaffen wurden.

Auch das Schicksal und die Erinnerungen der Zeitzeugin Lotte Janssen werden in der Ausstellung dokumentiert. Ihr Vater, der Oldenburger Bankdirektor Georg Klees, hatte Widerstand geleistet, in dem er aufklärerische Flugblätter verteilte. „Ich bin sehr glücklich, dass es Jugendliche gibt, die sich mit dieser Zeit auseinander setzen. Bei Älteren vermisse ich das manchmal“, sagte die 81-Jährige.

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