Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter Erwin Tönjes. Der Rodenkircher hat in den zurückliegenden Monaten sein zweites Buch verfasst, das es jetzt im Handel zu kaufen gibt. Unter dem Titel „Lü un Leewen von Alserwurp bit naa Öwerdiek – von Beckum naa de Wunderburg“ hat der Chronist interessante Geschichten über Land und Leute zusammengetragen.

Erwin Tönjes, Jahrgang 1931, ist in Schweieraußendeich geboren und in Reitland aufgewachsen. Die Mädchen und Jungen sprachen damals nur Plattdeutsch und lebten mit der Natur, erinnert er sich. Es war für ihn – trotz aller Entbehrungen – eine schöne Kindheit. Das Mitglied des Rüstringer Schrieverkrings liebt die Heimat und die Menschen, die in der Region leben. Ihnen vor allem hat er seine Veröffentlichungen gewidmet. Es seien keine einzelnen, sondern eine zusammenhängende Geschichte, die er in seinem neuen Band wiedergibt, sagt der rüstige Rentner – fröhliche und auch besinnliche Erzählungen sind darunter.

Der Autor ist von Haus zu Haus gegangen, hat die Bewohner befragt, ihnen später die zusammengefassten Notizen noch einmal vorgelesen. Rund 100 Jahre hat Erwin Tönjes so abgedeckt, die Erinnerungen der Interviewten reichen aber meist viel weiter zurück. Ein ganz persönliches Buch ist entstanden, in dem sich viele Familien, die hier seit Generationen siedeln, wiederfinden.

Erwin Tönjes weiß, wovon er schreibt und spricht, lebt er doch seit seiner Geburt in der Wesermarsch und hat in Esenshamm das Bäckerhandwerk gelernt. 15 Jahre lang lebte die Familie Erwin und Herta Tönjes in der Hahnenknooper Mühle. Im Stallgebäude stehe noch immer der Backofen, sagt er. Sein erstes Buch, das er 2002 veröffentlichte, trug dann auch den Titel „To miene Tiet op‘n Wurp“. Später arbeitete er bei der Butter- und Eierzentrale (BEZ) in Rodenkirchen und bis zur Rente 1990 beim Kernkraftwerk Unterweser. 20 Jahre lang führte er den Kaninchenzüchterverein Rodenkirchen und war rund 40 Jahre lang im Vorstand tätig.

Den Anstoß zu seinem schriftstellerischen Wirken gab die goldene Konfirmation in Seefeld 1995. Der Pfarrer hatte die Jubilare gebeten, etwas mitzubringen. In Ermangelung von alten Bildern las Erwin Tönjes die Erzählung „Ut us Schooltiet“ vor. Seither trägt er vieles zusammen. Die Schreibmaschine stehe ihm dabei im Weg, erzählt er. Seine handschriftlich verfassten Texte bringt Tochter Sigrid Tönjes mit dem Computer in die passende Form.

Erwin Tönjes

Buchautor